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Rentenmarktbericht

Aktuelle Übersicht und Einschätzung über Zinsentwicklungen, zinsrelevante Konjunkturdaten, Neuemissionen und Unternehmensmeldungen

06. März 2026

Lesezeit: setTime Minuten

Freitag, 06. März 2026, 10:00 Uhr

Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen
Ihr Fixed Income Sales Trading Team.

Rentenmärkte: 

  • knapp behauptet
  • Renditen steigen - US Non-Farm-Payrolls stabil erwartet - Überraschungen wahrscheinlich
  • Delivery Hero will Wandelanleihe zurückzahlen
  • Lufthansa erwartet deutliche Ertragssteigerung

Kennzahlen

Schatz-Future: 106,52
Bobl-Future: 116,75
Bund-Future: 127,12
iTRAXX Europe 5 Jahre: 58,81
Europe Crossover 5 Jahre: 274,67

Euro Swapsätze

Zwei Jahre: 2,36%
Fünf Jahre: 2,58%
Sieben Jahre: 2,69%
Zehn Jahre: 2,85%

Renditen amerikanischer Staatsanleihen

Zwei Jahre: 3,58%   
Fünf Jahre:

3,73%

Sieben Jahre: 3,93%
Zehn Jahre:

4,14%

Konjunktur

 

Eurozone
Von Entspannung kann keine Rede sein. Investoren bleiben nervös, sehen Kursrückgänge teilweise als Kaufgelegenheit, werden dann aber immer wieder von  steigenden Inflationserwartungen in der Eurozone wie auch in den USA von Käufen abgehalten. So legten Renditen gestern im Falle der Eurozonen-Staatsanleihen über alle Laufzeiten bis zu 10 BP zu. Deutsche Bunds haben Anleihen der Peripherie outperformt. Am Vortag gaben Anleihen der Peripherie den Ton an.

Ein länger andauernder Krieg im Nahen Osten könnte die Inflationserwartungen erhöhen und eine Änderung der geldpolitischen Ausrichtung der Europäischen Zentralbank auslösen, sagte deren Vizepräsident De Guindos am Donnerstag. „Die Aussichten für die europäische Wirtschaft werden heute eindeutig von den aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten geprägt“, sagte Luis de Guindos auf einem Gipfeltreffen des Institute of International Finance, einem Branchenverband für Finanzdienstleistungen, in Brüssel.

10-jährige Bundrenditen  sind wieder zurück in der Bandbreite 2,80%-2,90% während französische OATS seit dem 27.2. um 23 BP auf aktuell 3,45% angestiegen sind. Im gleichen Zeitraum ging es mit italienischen BTPS-Renditen um 28 BP auf 3,55% nach oben. 

Frankreichs Produktivität verarbeitende Industrie zog im Januar um 2,7% gegenüber Vorjahr an nach 2,1%, von lediglich 0,1% y/y gingen Erwartungen aus. 

Der deutsche Construction PMI SA für Februar wurde mit 43,7 nach 44,7 Punkten veröffentlicht. 

Italiens Einzelhandelsumsätze legten im Januar um 0,6% m/m nach -0,7% m/m, zu, während die Veränderung für die gesamte Eurozone bei lediglich -0,1% m/m lag.

USA  
US Importpreis stiegen im Januar mit 0,2% m/m, auf Vormonatsniveau an. Exporte stiegen mit 0,6% m/m deutlich über Prognosen nach 0,6% m/m (von 0,3% m/m revididert). Lohnstückkosten wurden für das 4. Quartal mit einem Anstieg von 2,8% q/q veröffentlicht nach -1,8%, erwartet 2% q/q.  Die Produktivität ex Agrar legte im 4. Quartal mit 2,8% ebenfalls deutlich über Erwartungen und Vormonat zu. 
 
Heute liegt der Fokus auf der Veröffentlichung der Non-Farm-Payrolls Februar. Nach 130.000 soll es 55.000 neue Stellen gegeben haben. Von einer Überraschung ist auch in diesem Fall wieder auszugehen.

Japan
Japanische Investoren haben im vergangenen Monat so viele ausländische Anleihen abgestoßen wie seit 2024 nicht mehr. Die Verkäufe summierten sich im Februar auf netto YEN 3,42 Billionen umgerechnet EUR 18,8 Milliarden. Dies zeigen vorläufige Wochenzahlen des Finanzministeriums, die am Donnerstag veröffentlicht wurden.

Norwegen
Norwegends Industrieproduktion legte im Januar mit 1% gegen Vormonat zu nach 0,9%, um 6,3% im Jahresvergleich nach 2,3%.

Dänemark
Dänemarks Industrieproduktion zog im Januar um 3,8% m/m an nach 1,2% m/m.
 

Unternehmensmeldungen 

Lufthansa meldete für das Gesamtjahr eine Dividende je Aktie, die der durchschnittlichen Analystenschätzung entsprach, und rechnet für 2026 mit einer „deutlichen“ Verbesserung des Gewinns (Dividende je Aktien EUR 0,33; bereinigtes Ebit EUR 1,96 Mrd, +19% gegen Vorjahr, Schätzung EUR 1,85 Mrd. (Bloomberg).

Delivery Hero passt Teile seiner Finanzierung an. Wie der MDAX-Konzern mitteilte, steht er kurz davor, sich eine neue syndizierte Kreditlinie über 1,5 Milliarden US-Dollar zu sichern. Bei einer Bereitstellung der Kreditline will er unter anderem Wandelschuldverschreibungen zurückzahlen (Bloomberg).

Statkraft erzielte in Q4 ein bereinigtes Ebitda von NOk 8,3 Mrd, nach NOK 7,1 Mrd. im Vorjahresquartal. Nach Wertminderungen und hohen Steuerkosten verzeichnete das Unternehmen im vierten Quartal einen Nettoverlust von NOK 42 Mio.

Maersk wird aufgrund der Risiken in Nahen Osten und in der Golfregion zwei Containerdienste vorübergehend einstellen. Maersk teilt außerdem mit, dass seine Shuttle-Dienste bis auf Weiteres ausgesetzt sind“.

Nach Angaben von Reuters plant Oracle  Tausende von Stellenstreichungen, da das Unternehmen aufgrund des massiven Ausbaus der KI-Rechenzentren mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen habe. Oracle habe sich im vergangenen Jahr zu einem wichtigen Anbieter von Miet-Rechenleistung entwickelt. Investoren seien jedoch zunehmend besorgt darüber, wie Oracle den notwendigen Ausbau seiner Rechenzentren finanzieren wolle, um OpenAI und andere Kunden wie Elon Musks xAI und Meta zu bedienen. 

Der brasilianische Ölkonzern Petrobras verzeichnete im vierten Quartal 2025 einen Nettogewinn von BRL15,6Mrd ( USD 2,96 Mrd) und plane die Ausschüttung von BRL 8,1 Mrd an Dividenden auf das Eigenkapital (Reuters).

Der Ölpreis steuert angesichts des Iran-Kriegs und seiner Folgen für Produzenten, Importeure sowie Reedereien auf den größten Wochenanstieg seit 2022 zu. Die Notierung der Nordsee-Sorte Brent steht auf Sicht dieser Woche vor einem Plus von mehr als 16%. Am Freitagmorgen sank der Preis um 1% auf 84,58 Dollar, nachdem er am Donnerstag 4,9% zugelegt hatte. US-Präsident Donald Trump hat “unmittelbar bevorstehende Maßnahmen” signalisiert, um den Preisdruck zu mindern - und das Finanzministerium in Washington hat die Beschränkungen für Indiens Käufe russischen Öls gelockert (Bloomberg).

Die Bundesbank sieht derzeit keinen Anlass, deutsche Goldreserven aus den USA nach Deutschland zurückzuführen. Die dort gelagerten Bestände seien trotz politischer Unsicherheiten sicher, sagte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel am Donnerstag (Bloobmberg)

Neuemissionen

Koninkijke Ahold Dlhaize ging mit EUR 500 Mio an den Start, Green Bond, 3,625%, 12.3.2034, MS +90 BP, Rating  Baa1 stabil, BBB+ stabil. EUR 300 Mio fielen auf einen Floater mit 2-jähriger Laufzeit. 

EUR 1,1 Mrd. begab Eaton Capital ULC aus Irland, zwei Tranchen, A3/A-.

Baker Hughes emittierte vier Anleihen in EUR und 5 Tranchen in USD. Die Laufzeitenrange in EUR umfasste 03/2029 bis 03/46. Beispiel: 3,812% BHI 11.3.2034, 100% Reoffer, MS +105 BP, EUR 900 Mio, aktuell 100,37%, Rendite 3,75%, MS +100 BP. Der Erlös der USD 10 Mrd schweren Emissionen dient der Übernahme von Chart Industries Inc. 

In USD traten zudem John Deere Cap und Mercedes-Benz Financials an. Beispiel: 4,125% Merceds 10.3.2028, Treasury +57 BP, Rating A2 stabil, A neg. USD 3 Mrd. wurden insgesamt auf  sechs Tranchen verteilt. 

 

Fazit:

Die Vorzeichen stehen aktuell auf steigende Renditen. US Non-Farm-Payrolls sind das Datenhighlight des heutigen Tages. Lohnstückkosten sind gestern mit einem deutlichem Anstieg gemeldet worden. 

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