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Rentenmarktbericht

Aktuelle Übersicht und Einschätzung über Zinsentwicklungen, zinsrelevante Konjunkturdaten, Neuemissionen und Unternehmensmeldungen

10. März 2026

Lesezeit: setTime Minuten

Dienstag, 10. März 2026, 10:00 Uhr

Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen
Ihr Fixed Income Sales Trading Team.

Rentenmärkte: 

  • gut behauptet
  • Renditen sinken nach deutlichem Anstieg
  • deutsche Industrie startet mit drastischen Auftragsrückgang ins neue Jahr

Kennzahlen

Schatz-Future: 106,45
Bobl-Future: 116,78
Bund-Future: 127,22
iTRAXX Europe 5 Jahre: 59,26
Europe Crossover 5 Jahre: 281,76

Euro Swapsätze

Zwei Jahre: 2,44%
Fünf Jahre: 2,59%
Sieben Jahre: 2,70%
Zehn Jahre: 2,85%

Renditen amerikanischer Staatsanleihen

Zwei Jahre: 3,56%   
Fünf Jahre:

3,70%

Sieben Jahre: 3,90%
Zehn Jahre:

4,11%

Konjunktur

 

Eurozone2-jährige Bundrenditen sind von 1,99% am 27.2. auf aktuell 2,31% Renditen nach oben geschossen. Von 2,64% ging es auf 2,85% im Falle 10-jähriger Bundrenditen nach oben. 2-jährige französische OATS haben sich im gleichen Zeitraum von 2,10% auf 2,51% nach oben entwickelt. 10-jährige OATS zogen von 3,22% auf 3,52% an. 

Die deutsche Industrieproduktion ging m Januar um -0,5% m/m zurück, im Jahresvergleich um -1,2%. Auftragseingänge rutschten um -11,1 % gegen Vormonat ab. Um 3,7% ging es im Jahresvergleich nach oben. Beide Veröffentlichungen lagen deutlich unter Prognosen und Vormonatswerten. 

Der Rückgang im Januar 2026 gegenüber dem Vormonat ist zu einem großen Teil auf die niedrigere Produktion im Bereich Herstellung von Metallerzeugnissen (-12,4 %) zurückzuführen. Auch die Produktionsrückgänge in der Pharmaindustrie (-11,9 %) und der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (-6,8 %) beeinflussten das Gesamtergebnis negativ. Positiv wirkte sich hingegen der Anstieg in der Energieerzeugung (+10,3 %) aus. Der deutliche Anstieg in diesem Bereich könnte auf die außergewöhnlich niedrigen Temperaturen im Januar 2026 zurückzuführen sein. Die hohe Anzahl an Eis- und Frosttagen könnte sich andererseits negativ auf die Produktion im Tiefbau (unter anderem Bau von Straßen, Bahnverkehrsstrecken, Brücken und Tunneln) ausgewirkt haben. Die Produktion im Tiefbau sank im Januar 2026 um 7,5 %, während die Bauproduktion insgesamt um 2,9 % gestiegen ist. Die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) sank im Januar 2026 gegenüber Dezember 2025 saison- und kalenderbereinigt um 2,5 %. Dabei sank die Produktion von Konsumgütern um 4,2 %, die Produktion von Vorleistungsgütern um 2,6 % und die Produktion von Investitionsgütern um 1,6 % (Destatis). 

Die Handelsbilanz in Deutschland wurde für Januar saison- und kalenderbereinigt mit EUR 21,2 Mrd. ausgewiesen nach EUR 17,4 Mrd. Exporte gingen um -2,3% m/m zurück nach 3,9% m/m. Importe fielen um -5,9% m/m  nach 1,3% m/m. 

Der Sentix Konjunkturindex für den Euroraum ist nach 4,2 Punkten im Februar mit einem Rückgang auf -3,1 Punkte für den Monat März veröffentlicht worden. Die aktuelle Lage markierte einen Punktestand von -9,5 während die Erwartungen mit 3,5 ausfielen nach -6,8 bzw. 15,8 Punkten. 

Der Krieg im Nahen Osten hat auch Auswirkungen auf die weltweite Versorgung mit Rohöl. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stammten 6,1 % des im Jahr 2025 nach Deutschland eingeführten Rohöls aus dem Nahen Osten, genauer aus dem Irak, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Israel. Das entspricht 4,6 Millionen Tonnen von 75,7 Millionen Tonnen Rohöl, die insgesamt nach Deutschland importiert wurden. Andere Staaten des Nahen Ostens wie Oman, Katar, Kuwait oder Iran lieferten 2025 kein Rohöl nach Deutschland. Die meisten deutschen Rohöl-Importe kommen aus Norwegen.Wichtigster Rohöl-Lieferant für Deutschland ist Norwegen (Destatis).

USA  
Innerhalb der vergangenen Woche sind US Konjunkturdaten eher auf der positiven Seite gemeldet worden. Die am Freitag veröffentlichten US Non Farm Payrolls fielen allerdings für den Monat Februar überraschend mit einem Stellenabbau von 92.000 aus. Erwartet wurde ein Zuwachs von 55.000 Stellen. Beide Vormonate wurden nach unten korrigiert. Die Arbeitslosenquote zog von 4,3% auf 4,4% an. Auch der Lohndruck legte leicht zu. Höhere Ölpreise sowie höhere Volatilitäten an den Kapitalmärkten lassen eine klare Zinsausrichtung schwer zu. Die Wahrscheinlichkeit einer Stagflation folglich steigt.

Zweijährige US Treasuries rentieren 3,60% nach 3,37% am 27.2. Das Niveau um 3,60% markiert eine wichtige technische Marke, die seit Oktober 2025 immer wieder gehalten hat.

Zehnjährige Treasury-Renditen sind seit 27.2. von 3,93% auf 4,16% angesprungen. Um lediglich 16 BP auf 4,76% ging es im 30-järigen Laufzeitensegment nach oben.

Am Dienstagmorgen notierte Brent-Öl im Tief bei 88,05 Dollar und damit 11% unter dem Niveau vom Vorabend. Zuletzt kostete die Nordsee-Sorte 93,03 Dollar. Donald Trump hat am Montagabend angekündigt, ölbezogene Sanktionen auszusetzen und Tanker durch die Straße von Hormus von der US-Marine eskortieren zu lassen. Der US-Präsident prognostizierte, dass der Krieg mit dem Iran “sehr bald” beendet sein werde. Mit diesen Aussagen reagiert er auf wachsenden wirtschaftlichen und politischen Druck sowie auf mehrere Tage drastischer Schwankungen an den Ölmärkten (Bloomberg).  

EUR/USD handelt an einem wichtigen technischen Bereich von 1,16/1,1650.


 

Unternehmensmeldungen 

Hugo Boss hat in Q4 das Ebit mit EUR 154 Mio ausgewiesen und die Erwartungen geschlagen.

VW erwartet in 2026 eine operative Umsatzrendite von 4% bis 5,5%. Der operative Gewinn in 2025 lag bei EUR 8,87 Mrd.  Der Umsatz belief sich auf EUR 321,91 Mrd, -0,8% gegen Vorjahr, Erwartung EUR 323,51 Mrd. Die Dividende je Aktie wurde mit EUR 5,2 beziffert. Die Nettoliquidität im Automobilbereich wird im Jahr 2026 voraussichtlich zwischen 32 Milliarden Euro und 34 Milliarden Euro liegen (Bloomberg).

Der Flugzeugbauer Airbus hat im Februar 35 Flugzeuge an 26 Kunden übergeben. Damit wurden seit Jahresanfang 54 Maschinen ausgeliefert, davon neun A320neo und 31 A321neo, wie das Unternehmen mitteilte. Zudem buchte Airbus brutto 28 Flugzeugbestellungen (Bloomberg). 

GE Aerospace plane in diesem Jahr zusätzlich USD 1 Mrd in US-Produktionsstätten und Zulieferer zu investieren, um die Triebwerksauslieferungen zu steigern und die Teileproduktion auszubauen. Die Investition, die auf eine bereits im letzten Jahr getätigte Zusage des Triebwerksherstellers i.H.v. USD 1 Mrd folge, erfolge vor dem Hintergrund einer starken Nachfrage nach neuen Triebwerken für die zivile und militärische Luftfahrt sowie eines Auftragsbestands mit Wartezeiten von mehreren Jahren (Reuters).

Neuemissionen

Heute begibt die deutsche Finanzagentur eine 2-jährige Schatzanweisung, die auf hohem Renditeniveau Investoren auf sich ziehen dürfte. 

USD 58 Mrd. emittiert das US Schatzamt mit 3-jährige Laufzeit. 

KFW steht heute Morgen in USD mit einer neuen Anleihe parat, SOFR MS +30 BP area. 

 

Fazit:

Investoren agieren mit Blick auf höhere Inflationsraten vorsichtig. Äusserungen Trumps haben auch diesmal wieder zu einer Reaktion geführt. Ölpreise fallen deutlich. Renditen sinken, Aktienkurse reagieren überwiegend mit Kursgewinnen. Von höheren Volatilitäten ist allerdings weiter auszughen. 

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