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Rentenmarktbericht

Aktuelle Übersicht und Einschätzung über Zinsentwicklungen, zinsrelevante Konjunkturdaten, Neuemissionen und Unternehmensmeldungen

18. März 2026

Lesezeit: setTime Minuten

Mittwoch, 18. März 2026, 10:00 Uhr

Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen
Ihr Fixed Income Sales Trading Team.

Rentenmärkte: 

  • gut behauptet
  • ZEW enttäuscht
  • Anleihenkurse steigen - Renditespreads engen ein - wie lange?
  • US FOMC-Sitzung im Fokus

Kennzahlen

Schatz-Future: 106,40
Bobl-Future: 116,50
Bund-Future: 126,67
iTRAXX Europe 5 Jahre: 60,08
Europe Crossover 5 Jahre: 287,94

Euro Swapsätze

Zwei Jahre: 2,55%
Fünf Jahre: 2,67%
Sieben Jahre: 2,77%
Zehn Jahre: 2,91%

Renditen amerikanischer Staatsanleihen

Zwei Jahre: 3,65%   
Fünf Jahre:

3,76%

Sieben Jahre: 3,95%
Zehn Jahre:

4,18%

Konjunktur

Eurozone 
Italiens Verbraucherpreise EU harmonisiert stiegen im Februar mit 0,5% m/m an, nach 0,6%, erwartet 0,6%. Im jährlichen Vergleich fiel die Veränderung mit 1,5% aus nach 1,6%, erwartet 1,6%.

Der deutsche ZEW Expectations überraschte auf der negativen Seite. Mit -0,5 Punkten lag die Veröffentlichung deutlich unter dem Vormonatsniveau von 58,3 Punkten, erwartet 39,2. Es handelt sich um den drittgrößten Rückgang seit Aufzeichung der Daten. Die aktuelle Situation wurde mit -62,9 Punkten ebenfalls unter Erwartungen und Vormonatswert präsentiert (-68 Erwartungen, -65,9 Februar).

Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Januar 2026 gegenüber Dezember 2025 saison- und kalenderbereinigt um 0,4 % gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar 2025 stieg der Auftragsbestand kalenderbereinigt um 6,6 %. Der Rückgang des Auftragsbestands im Januar 2026 ist wesentlich auf die Entwicklungen in der Automobilindustrie (saison- und kalenderbereinigt -4,5 % zum Vormonat) und bei der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (-3,2 %) zurückzuführen. Positiv beeinflusste das Gesamtergebnis hingegen der Anstieg im Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge; +2,7 %). Die offenen Aufträge aus dem Inland fielen im Januar 2026 gegenüber Dezember 2025 um 0,1 %, der Bestand an Aufträgen aus dem Ausland sank um 0,7 %. Bei den Herstellern von Investitionsgütern blieb der Auftragsbestand zum Vormonat Dezember 2025 unverändert. Im Bereich der Vorleistungsgüter fiel der Auftragsbestand um 0,3 % und bei den Herstellern von Konsumgütern um 8,5 % (Destatis).

Es gibt immer mehr Bemühungen, den Transport von Rohöl aus den Fördergebieten am Persischen Golf abseits der Straße von Hormus zu organisieren. Die Meldung, dass der Irak eine Vereinbaung mit der Türkei zu Wiederaufnahme von Öltransporten getroffen habe,  hat Anleihekurse wieder etwas steigen lassen. Mit den Lieferungen durch die Türkei kann ein Teil der irakischen Ölexporte die Straße von Hormus umgehen. 

USA
Der New York Fed Services Business Activity Index für März fiel mit -22,6 Punkten unter Erwartungen (-20) und Vormonat (-25,7) aus. Somit geht die Serie negativer Aktivitätszahlen für den Dienstleistsungssektor im Großraum New York weiter. Seit September ist der Index negativ. Dies ist die längste Dauer negativer Werte seit der globalen Finanzkrise. Der Geschäftsklimaindex fiel um 4,5 Punkte auf -46,2. Die Beschäftigung stieg von -9,7 im Februar, dem Fünfjahrestief, auf -8,5 – der siebte negative Wert in Folge. Nur 14,1 % der Unternehmen gaben an, ihre Mitarbeiterzahl erhöht zu haben, während sich die Erwartungen für das Mitarbeiterwachstum in den kommenden sechs Monaten abschwächten. Die gezahlten und erhaltenen Preise blieben nahezu unverändert. Der Index der gezahlten Preise fiel um 0,1 Punkte auf 62,5, während die erhaltenen Preise um 1,1 Punkte auf 28,8 sanken (Bloomberg).

Nach zweitägiger FOMC-Sitzung werden die Gouverneure der US FED heute Abend bekanntgeben, dass sie das Tagesgeldziel unverändert belassen haben. 

Heute stehen Auftragseingänge langlebiger Güter wie auch auch der Auftragseingang der Industrie in den USA auf der Agenda. 
 
Knapp vor Erreichen der 4,30%-Marke setzten 10-jährige US Treasuries gestern den Weg in Richtung 4,15% an.  

EUR/USD steigt auf 1,1524 an.

Unternehmensmeldungen 

Credit Spreads engen wieder ein. Asiatische Aktienmärkte, wie Japan und Tawain und Südkorea verbuchen Kursgewinne. 

Der deutsche Pharmahersteller Stada sieht sich nach einem Rekordgewinn und dem letztjährigen Eigentümerwechsel bereit für eine größere Übernahme im Bereich Consumer Health. Der Umsatz von Stada stieg 2025 um 6% auf den Rekordwert von 4,3 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte auf Basis konstanter Wechselkurse um 8% auf 961 Millionen Euro zu und erreichte ebenfalls einen Höchststand.

Thyssenkrupp Nucera hat wegen unerwartet hoher Kosten in seiner Sparte für grünen Wasserstoff (gH2) die Prognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Der Wasserstoff-Spezialist erwartet für 2025/26 nun einen operativen Verlust (Ebit) zwischen 30 und 80 Millionen Euro, wie die Thyssenkrupp-Tochter am Dienstagabend mitteilte. Zuvor war der Vorstand von einem Fehlbetrag von maximal 30 Mill. Euro oder einer schwarzen Null ausgegangen. Als Grund nannte Nucera höhere Aufwendungen für Optimierungsarbeiten an bereits ausgelieferten Modulen im gH2-Bereich. Zudem habe ein US-Kunde den Vertrag für eine 20-Megawatt-Pilotanlage aufgelöst, da das Projekt die Renditeerwartungen nicht mehr erfülle (BÖZ).

Talanx hat für 2025 einen Nettogewinn von EUR 2,48 Mrd. ausgewiesen gegenüber EUR 1,98 Mrd. im Vorjahr.

Das Pentagon plant die Massenproduktion von Einweg-Angriffsdrohnen des Typs LUCAS, die von US-Streitkräften bereits im aktuellen Krieg im Nahen Osten eingesetzt werden. Das System entstand durch Reverse Engineering von Irans kostengünstiger und tödlicher Shahed-Drohne (Bloomberg).

Die Prämien für Hausratversicherungen in den USA werden 2026 voraussichtlich das fünfte Jahr in Folge steigen, da die Versicherer mit Verlusten durch extreme Wetterereignisse und hohen Wiederaufbaukosten zu kämpfen haben.

 

Neuemissionen

SES Fin SARL emittierte eine PNC5,25 Hybrid Anleihe, 7,375%, 505,9 BP gegen Obl 2,5% 16.4.2031. EUR 500 Mio, EUR 3 Mrd. schwer waren die Bücher.

Kion Group AG (BB+) nahm EUR 500 Mio auf, 4,125%, 24.3.2031, 99,487%, MS +155 BP. 

Province of Alberta (AA-) ging mit EUR 1,5 Mrd. an den Start, 3,625%, 24.3.2036 fällig. MS +49 BP.

Mit einem Pfandbrief zog es die britische Nationwide Building Society an den Kapitalmarkt, 3,25%, 24.3.2036 fällig, MS +42 BP. 

Zahlreiche Emittenten zeigten sich am US-Primärmarkt. U.a. Anglo American Plc, 5 Jahre, Treasury, +120 BP area, 7 Jahre, Treasury +135 BP area, 10 Jahre Treasury +145 BP area. Baa2/BBB+.

Mit 7 und 10 Jahren ging Bunge Ltd. ins Rennen, Baa1 stabil/BBB+ stabil, Treasury +115 BP area. 

Fazit:

An den Kapitalmärkten tritt derzeit eine Gegenbewegung ein. Ölpreise und Renditen fallen, Credit Spreads engen ein während Aktienkurse überwiegend steigen. Ob Anleihemärkte bereits in einen Seitwärtstrend übergehen, kann noch nicht bestätigt werden. Einen kontinuierlichen Renditerückgang können wir uns nicht vorstellen. Im Fokus stehen in dieser Woche große Notenbanken mit ihren Zinsentscheidungen. Änderungen der Leitzinsen sind von der US FED heute nicht zu erwarten. 

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