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Rentenmarktbericht

Aktuelle Übersicht und Einschätzung über Zinsentwicklungen, zinsrelevante Konjunkturdaten, Neuemissionen und Unternehmensmeldungen

15. April 2026

Lesezeit: setTime Minuten

Mittwoch, 15. April 2026, 10:00 Uhr

Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen
Ihr Fixed Income Sales Trading Team.

Rentenmärkte: 

  • gut behauptet
  • USA-Iran-Verhandlungen sollen wieder aufgenommen werden
  • US-Erzeugerpreise deutlich niedriger
  • Emittenten nutzen Zinsrückgang am Primärmarkt

Kennzahlen

Schatz-Future: 105,95
Bobl-Future: 115,72
Bund-Future: 125,59
iTRAXX Europe 5 Jahre: 57,06
Europe Crossover 5 Jahre: 283,16

Euro Swapsätze

Zwei Jahre: 2,78%
Fünf Jahre: 2,86%
Sieben Jahre: 2,95%
Zehn Jahre: 3,09%

Renditen amerikanischer Staatsanleihen

Zwei Jahre: 3,74%   
Fünf Jahre:

3,86%

Sieben Jahre: 4,04%
Zehn Jahre:

4,248%

Konjunktur

Eurozone 
Die Gespräche zum Waffenstillstand zwischen USA und Iran scheinen wieder aufgenommen zu werden. Anleihekurse ziehen wieder an.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde ist der Meinung, dass Europa zwischen einem EZB-Basis- und Negativszenario stünde. Dennoch fallen ihre Einschätzungen eher "dovish" aus.
“Wir befinden uns zwischen dem Basis- und dem Negativszenario”, sagte Lagarde am Dienstag gegenüber Bloomberg TV in Washington, wo sie an der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds teilnimmt. Auf die Frage, ob die EZB zu einer Straffung der Geldpolitik neige, antwortete Lagarde, dass dies nicht der Fall sei: “Wir haben einen Kompass, der auf Preisstabilität ausgerichtet ist, die auf Finanzstabilität beruht.”

10-jährige Bundrenditen handeln 10 Ticks niedriger als am 27.3. und erreichen mit 3% einn wichtigen Support. 2-jährige Bundrenditen sind von 2,72% (High 7.4.) auf aktuell 2,51% gefallen. Der Spread zwischen 10-jährigen Swaps und Bunds hat sich auf 3 BP eingeengt.
 
USA 
Überraschend positiv  fielen US Erzeugerpreise für März aus. Die Kernrate lag im Monatsvergleich bei lediglich 0,1% m/m, erwartet 0,4% m/m. Die Vorzahl wurde von 0,5% auf 0,3% m/m revidiert. Im jährlichen Vergleich ging es um 3,8% nach oben, erwartet 4,1% nach revidiert 3,8% y/y von zuvor 3,9% y/y. Die Headline Inflation wurde mit 1,1% m/m   prognostiert, erschien dann allerdings mit 0,5% m/mn  (zuvor 0,5% m/m, von 0,7% m/m revidiert). Die Jahresrate lag im März bei 4%, erwartet 4,6%, nach 3,4%. 

Dr. Janet Yellen, die frühere US Notenbank-Chefin (2014-2018) äußerte Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der US-Notenbank unter US-Präsident Donald Trump und warnte vor seinen Forderungen nach niedriger Zinsen. Yellen erklärte, dass die stabilen langfristigen Inflationserwartungen darauf hindeuten, dass eine Zinserhöhung vorerst unwahrscheinlich sei, merkte aber an, dass Vieles möglich sei.

10-jährige US Treasury-Renditen sind wieder auf dem Weg in Richtung 4,20% während 2-jährige Renditen nach knapp 4% am 26.3. wieder in den technisch wichtigen Bereich von 3,70% tendieren.

Der EUR wertet deutlich bis auf 1,1802 im High aus. 
 

Unternehmensmeldungen 

Im 1. Quartal hat ASML einen Nettoumsatz von EUR 8,77 Mrd erzielt, -9,8% gegen Vorquartal, Erwartung EUR 8,69 Mrd. Der Nettogewinn wurde mit EUR 2,76 Mrd. ausgewiesen, -2,9% gegen Vorquartal, Erwartung EUR 2,56 Mrd. Im Geschäftsjahr soll es einen Nettoumsatz von EUR 36 bis EUR 40 Mrd. von bisher EUR 34 Mrd. bis EUR 39 Mrd. geben, Erwartung EUR 38,08 Mrd. 

Die Geschäftszahlen der großen US-Banken fielen unterschiedlich aus. JPMorgen und Citigroup wiesen eine starkes Kapitalmarktgeschäft aus. JPMorgen hat mit USD 11,6 Mrd. den höchsten Quartalsumsatz im Handel seiner Geschichte überhaupt erzielt. Citigroup erzielte im 1. Quartal Einnahmen von USD 5,2 Mrd. im Anleihehandel, während USD 2,1 Mrd. auf Aktien fielen. Citigroup konnte den Nettogewinn um 42% auf USD 5,8 Mrd. steigern und übertraf somit Prognosen. Das klassische Zinsgeschäft bleibt unsicher. JPMorgan senkte das Ziel für den Nettozinsertrag für das Gesamtjahr auf ca. USD 103 Mrd nach einer Anhebung zuvor. 

Wells Fargo fiel im klassischen Bankgeschäft hinter die Erwarungen zurück. Der Nettozinsertrag belief sich auf USD 12,1 Mrd. und lag somit unter Erwartungen. Die Aktie von Wells Fargo fiel im frühen Wall-Street-Handel 4,9%. Für Citigroup ging es 1,3% aufwärts, die Aktien von JPMorgan traten auf der Stelle. 

Amazon.com hat ein Übernahmeangebot für den Satellitenbetreiber Globalstar zu 90 USD/Aktie veröffentlicht. Der Deal soll 2027 abgeschlossen sein und würde die Bemühungen des Technologiekonzerns stärken, ein eigenes Satellitengeschäft aufzubauen (Bloomberg). 

Neuemissionen

Wie bisher auch waren beide EU-Tranchen deutlich überzeichnet: Der Tap der 2,375% EU 12.7.2029, MS +2 BP, EUR 3 Mrd. Volumen, wurde mit EUR 54 Mrd. nachgefragt.

EUR 6 Mrd. schwer war die neue 20-jährige EU, 12.10.2046, MS +5 BP, EUR 88 Mrd. fanden sich in den Zeichnungsbüchern wieder. 

EUR 500 Mio emittierte Louis Dreyfus, 7 Jahre, MS +115 BP, EUR 5,1 Mrd. lagen in den Büchern (Rating BBB+).

EUR 1 Mrd. nahm KBC Bank NV in Form eines Pfandbriefes auf, EUR 1 Mrd, MS +19 BP, 3,03%. 

Rabobank zog es mit EUR 750 Mio AT1 an den Kapitalmarkt, 5,5% Perp, Call am 1.8.2033 a 100%. Gleichzeitig kauft Rabobank  Alt-Anleihen via Tender zurück: 3,25% AT1 bzw. 4,375% AT1 (EUR 1,25 Mrd. bzs. EUR 1 Mrd.). 

Alimantation Couche-Tard Inc (Baa1/BBB+) besorgte sich EUR 750 Mio, 21.4.2033, MS +98 BP, EUR 2,5 Mrd. wollten Investoren haben. 

Mit EUR 500 Mio wartete Vier Gas auf, 4,5 Jahre, MS +73 BP, EUR 2,85 Mrd. wurden gezeichnet. BBB+ Rating.

Die neue 10-jährige UK-Gilt-Anleihe, Volumen GBP 15 Mrd., wurde mit GBP 148 Mrd. nachgefragt. 

Italien emittiert eine neue 10-jährige sowie eine 20-jährige inflationsgeschützte BTPS. 

Santander emittiert heute eine Tier 2 Anleihen, 12NC7, MS +170 BP area, Baa2/BBB+.

Goldman Sachs Group Inc erscheint ebenfalls mit einem Tier 2 Bond, 10CN5, 22.4.2036, MS +170 BP area. Eine lange 10NC5 in GBP, UKT +180-185 BP steht weiterhin an. 

 

Fazit:

In Erwartung einer positiven Verhandlung zwischen USA und Iran sowie niedrigeren Inflationsdaten legen Investoren den Schalter wieder um und kaufen Anleihen. Die Unsicherheit bleibt dennoch bestehen. 

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