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Monatsrückblick November

01. Dezember 2021

Lesezeit: 4 Minuten

Inflationssorgen, Lieferengpässe, Konjunkturverlangsamung und eine vierte Pandemiewelle, die über Deutschland hinwegrollt. Lange Zeit zeigten sich die Aktienmärkte trotz solcher Widrigkeiten robust. Der Nachweis einer neuen Virus-Mutation B.1.1.529 (Omicron) Ende November war dann aber doch zu viel: die Aktienmärkte verloren am Freitag, dem 26. November sehr stark. Der DAX beispielsweise notierte am Freitag zuvor bei knapp 16.200 Punkten, beendete den Handel eine Woche später fast 1.000 Zähler niedriger. Die Renditen hingegen fielen am besagten Freitag kräftig; wer in langlaufende Anleihen bester Qualität investiert war, konnte ansehnliche Kursgewinne erzielen. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen schwankten im November zwischen -0,1% und -0,3%, jene laufzeitgleicher US-Treasuries um 1,5%. Der US-Dollar konnte sich im Vergleich zum Euro leicht verbessern; im Monatstief notierte er bei 1,12, das Hoch lag bei 1,16 Euro/US-Dollar. Der Ölpreis schließlich erlitt gegen Monatsende einen regelrechten Kollaps.

Die Geschehnisse Ende November zeigten eindringlich, welche Schock- und Volatilitätswellen die Pandemie nach wie vor auslösen kann. Die Unsicherheit bleibt bestehen, und solange dem so ist, schieben sie den wirtschaftlichen Datenkranz beiseite. Wir haben an dieser Stelle im Vormonat den von uns erwarteten wirtschaftlichen Verlauf als auch die Auswirkungen auf die Kapitalmärkte skizziert. Er geht - ohne freilich gewisse Risiken zu ignorieren - von einer Überwindung des Inflationsbuckels aus, und davon, dass die Konjunktur im nächsten Jahr an Dynamik zulegt. Die deutsche Volkswirtschaft wird zwar alle Mühe haben, im 2. Halbjahr 2021 nennenswert zu wachsen. Vieles spricht jedoch dafür, dass dieses Wachstum im nächsten Jahr nachgeholt werden kann. Das sollte es den börsennotierten Unternehmen erlauben, die erwarteten, im höheren einstelligen Bereich liegenden Gewinnzuwächse auch tatsächlich erzielen zu können.

Solche Phasen mit der Pandemie, als unkalkulierbarem Risikofaktor, verlangen der Portfolio-konstruktion Einiges ab. Auf der Aktienseite sehen wir uns mit unserem Ansatz und seiner Präferenz für Qualitätsaktien gut aufgestellt. Im November erfolgten zunächst leichte Aufstockungen der Positionen (u.a. in einem Japan- sowie S&P-ETF und in Glencore). Hingegen wurde der Schweizer Wert Sika Mitte des Monats nach sehr starker Wertentwicklung und Bekanntgabe einer weiteren Akquisition verkauft. Wenig später wurde unser Untergewicht im Bankensektor durch Aufnahme der belgischen KBC Group vermindert. Schließlich erfolgte im Zuge der Marktkorrektur Ende November der Komplettverkauf in LVMH – zu stark war unsere Sorge, dass mögliche Corona-Beschränkungen erheblichen Kursdruck auslösen könnten.

Im Rentenbereich wurde die Aufwertung der norwegischen Krone in der zweiten Novemberwoche zum Anlass genommen, die Position komplett zu veräußern. Ferner erfolgte eine Verlängerung der Laufzeit in der Fresenius-Anleihe: eine um 0% notierende Anleihe (fällig 2024) wurde in eine vier Jahre längere getauscht, deren Verzinsung 0,7% höher liegt.

Wir richten im Rahmen der Portfoliokonstruktion bereits den Blick auf das Jahr 2022. Dort werden uns alte „Bekannte“ begegnen: der „Inflationsbuckel“, die auch davon bestimmte Richtungssuche auf den Aktien- und Rentenmärkten und nicht zuletzt wird entscheidend sein, ob Lieferengpässe sich auflösen und damit die Produktion nicht mehr behindern.

Eine schöne Adventszeit!

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