Monatsrückblick Januar
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Monatsrückblick Januar

Was bringt 2021?

01. Februar 2021

Lesezeit: 3 Minuten

Es liegt in der Natur des Menschen, am Jahresanfang danach zu fragen, was das neue Jahr so bringen mag. Auf die Finanzbranche bezogen sind es Fragen wie:

  • Steigen die Aktienmärkte?

  • Was macht der US-Dollar?

  • Kommt die Zinswende?

  • Wo liegen die größten Risiken,

  • und wo die Überraschungen?

Ungewissheit und damit „Nichtwissen“. Das ist jedoch kein Grund, nichts zu tun und sich den Geschehnissen hinzugeben. Eher das Gegenteil sollte der Fall sein. Analyse, Szenariobildung, Definieren von Investmentthemen und die Fähigkeit zur Korrektur getroffener Entscheidungen sind die Voraussetzungen für Erfolg an den Finanzmärkten. In diesem Sinne starten wir in unseren Portfolien zu Jahresbeginn mit folgender Grundausrichtung.

  1. Mit neutralen, also den kundenseitig gewählten, strategischen Aktienquoten: Für höhere Gewichtungen bedürfte es neuer Impulse. Die momentan laufende Gewinnberichterstattung (Earnings Season) könnte solche liefern, sofern die „Guidance“, also die Unternehmensausblicke, mehrheitlich positiv sind. Noch ist es für ein abschließendes Urteil allerdings zu früh. Die noch andauernde Lockdown-Phase in vielen Ländern ist in dieser Hinsicht negativ zu bewerten. Erst eine Öffnungs-Strategie dürfte den Aktienmärkten Luft nach oben verschaffen.
  2. Im Anleihesegment nicht zu defensiv zu agieren: Die „Suche nach Rendite“ bleibt ein bestimmendes Motiv. Das Problem daran: Inzwischen sind die Renditen auch im Unternehmensanleihen-Segment (Corporate Bonds) nahe den langjährigen Tiefständen; etwas Potential bieten noch Hochzinsanleihen (High Yield). Selektion wird immer wichtiger. Timing aber auch. Das führt zum dritten Element unserer Grundausrichtung für 2021.
  3. Es dürfte vermutlich ein Jahr sein, in dem nicht anhaltende Trends bestimmend sind, wie es etwa in den Vorjahren der Fall war, sondern in dem in oszillierenden Märkten ein gewisses Timing-Geschick vonnöten ist.
  4. Schließlich verfolgen wir genau die Entwicklungen in von uns definierten Investmentthemen wie: Lohnen Engagements in Emerging Markets? Was tun bei einer Überraschungs-Inflation oder bei Wachstumsüberraschungen? Wie lassen sich Themen wie Clean Energy oder die Digitalisierung im Portfoliokontext ertragreich nutzen?

Timing hat auch unsere ersten Investmententscheidungen in diesem Jahr geprägt. So wurden im Aktiensegment Umicore (belgisches Technologie- und Werkstoffunternehmen) und Samsung Electronics komplett verkauft: Eine stattliche Gewinnrealisierung war jeweils der Grund. Die so erzeugte Kassehaltung wurde bislang nicht investiert – wir warten die Earnings Season ab, um später attraktive Gelegenheiten zu ergreifen. Im Rentensegment nutzten wir die abermalige Regierungskrise in Italien zur Laufzeitenverlängerung. Unverändert bevorzugen wir im Geleit der expansiven Notenbankpolitik und der damit verbundenen Beeinflussung – manche sagen auch Manipulation – der Rentenmärkte tendenziell längere Laufzeiten. Am Rande: Italien erlebte bislang 131 Regierungen in den letzten 160 Jahren. Also immerhin doch eine Art Gewissheit!