Monatsrückblick Februar
  • Zeedin
  • Research

Monatsrückblick Februar

Inflation und Bifurkation

01. März 2021

Lesezeit: 3 Minuten

Konjunkturzuversicht und Inflationsängste bestimmten im Februar das Kapitalmarktgeschehen. Renten- und Aktienmarkt waren davon jedoch unterschiedlich betroffen. Ersterer litt, die Aktienmärkte profitierten. Erst wenn ein (vor allem realer) Zinsanstieg als zu stark angesehen wird und das Potential hat, die Konjunktur- und Gewinnaussichten zu trüben, drückt das den Aktienmarkt.

Dieser Punkt dürfte noch nicht erreicht sein. Auch in der kürzeren Historie betrachtet, sind die Zinsen am langen Ende des Kapitalmarktes nämlich noch niedrig – trotz der jüngsten Bewegungen. Vor gut zwei Jahren notierte die zehnjährige US-Staatsanleihe bei rund 3 %, immerhin gut doppelt so hoch wie heute.

Dennoch: Der Februar zeigte sich auf den Rentenmärkten von seiner hässlichen Seite. Die Renditen stiegen kräftig. Schon Mitte des Monats waren unsere zu Beginn des Jahres formulierten Renditekorridore durchbrochen worden. Die Rendite für zehnjährige US-Treasuries notierte bei fast 1,4 %. Wir erwarteten für 2021 einen Renditekanal von 0,6 % bis 1,2 %. Rund um den Globus verschoben sich die Renditekurven nach oben. Inflationsängste dominierten. Die Notenbanken wiegeln zwar ab und sehen im Anstieg der Inflationsraten ein vorübergehendes Phänomen – heißen ihn nach Jahren zu geringer Inflation sogar willkommen. Die Gefahr besteht jedoch, dass mit weiter anziehenden Teuerungsraten die Renditen ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Der Aktienmarkt reagierte – unter der Oberfläche von breiten Marktindizes – übrigens bereits auf die neue Zinslandschaft. Technologiewerte, tendenziell mit höherer Zinsempfindlichkeit ausgestattet, können in der Wertentwicklung mit Aktien aus zyklischen Sektoren oder mit Finanzwerten nicht mehr mithalten, und das vielfach schon seit Ende des letzten Jahres.

Alles in allem steuern die Kapitalmärkte offenbar auf eine Bifurkation zu – eine Gabelung, die zu neuen Zuständen führt. Am offensichtlichsten ist dies wie beschrieben auf den Anleihemärkten. Das „Low for long“-Regime – für lange Zeit sehr niedrige Zinsen – wankt bedenklich, ohne dass die Notenbanken ihrerseits an den Leitzinsen Veränderungen beabsichtigen. Solche Prozesse verlaufen in der Regel weder vorhersehbar und gleichförmig, noch ohne Disruptionen ab. Daher sind wir gefordert, bewusst eingegangene Portfoliorisiken auf der Rentenseite – namentlich die Auswahl von mittleren und längeren Laufzeiten – auf den Prüfstand zu stellen und gegebenenfalls kräftig zu reduzieren.

Auf der Aktienseite war der Februar durch Gewinnrealisierungen geprägt. Glencore lieferte binnen kurzer Zeit hohe Gewinne, so dass die Position – eingegangen Anfang Februar – nach nur zwei Wochen halbiert wurde. Netease, ein chinesischer Internet- und Technologiekonzern, wurde nach starkem Kursanstieg komplett veräußert. Auf der Kaufseite standen der US-Wert Johnson & Johnson (Pharma, Health Care, Konsumgüter), Ping An (Finanzdienstleister, Versicherer in China) und Agnico Eagle (Bergbau/Goldmine in Kanada). Soviel zu den wesentlichen Transaktionen. 

Die Informationen in diesem Dokument wurden ausschließlich zu Informationszwecken für den Empfänger erstellt. Alle Angaben erfolgen unverbindlich und stellen weder eine Finanzanalyse, eine Empfehlung, eine Anlageberatung oder einen Vorschlag einer Anlagestrategie noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments dar. Daher genügen sie nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht dem Verbot des Handelns vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen. Die internen Richtlinien (Organisationsanweisungen) der Bank regeln Letzteres jedoch in dem Sinne, dass eine Vermeidung von Interessenkonflikten gewährleistet wird. Anlagen in Aktien sind sowohl mit Chancen als auch mit Risiken verbunden. Allgemeine Informationen zu den mit einem Investment in Aktien verbundenen Risiken können den Basisinformationen über Vermögensanlagen in Wertpapieren entnommen werden, die Ihre Beraterin/Ihr Berater für Sie bereit hält. Interessenkonflikte sind auf der Homepage von Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG unter www.hauck-aufhaeuser.com/rechtliche-hinweise/rechtliche-hinweise veröffentlicht.

Die Informationen in diesem Dokument wurden sorgfältig recherchiert. Dabei wurde zum Teil auf Informationen Dritter zurückgegriffen. Einzelne Angaben können sich insbesondere durch Zeitablauf oder infolge von gesetzlichen Änderungen als nicht mehr zutreffend erweisen. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität sämtlicher Angaben wird daher keine Gewähr übernommen. Die Informationen können eine individuelle anlage- und anlegergerechte Beratung nicht ersetzen. Sofern Aussagen über Marktentwicklungen, Renditen, Kursgewinne oder sonstige Vermögenszuwächse sowie Risikokennziffern getätigt werden, stellen diese lediglich Prognosen dar, für deren Eintritt wir keine Haftung übernehmen. Insbesondere sind frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Vermögenswerte können sowohl steigen als auch fallen. Die Angaben gehen von unserer Beurteilung der gegenwärtigen Rechts- und Steuerlage aus. Soweit steuerliche oder rechtliche Belange berührt werden, sollten diese vom Adressaten mit seinem Steuerberater bzw. Rechtsanwalt erörtert werden.

Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung der Verfasser wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung der Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG oder deren assoziierter Unternehmen dar. Sofern Aussagen über Renditen, Kursgewinne oder sonstige Vermögenszuwächse getätigt werden, stellen diese lediglich Prognosen dar, für deren Eintritt keine Haftung übernommen wird.