Eine gute Investition in das eigene Vermögen

Eine gute Investition in das eigene Vermögen

Wie sich Anleger richtig informieren und worauf sie achten sollten. Von Kerstin Jungmann, Head of Digital Wealth Channel Zeedin

04. November 2022

Lesezeit: 4 Minuten

Information ist alles – das gilt selten so sehr wie an den Finanzmärkten. Und es gilt ganz besonders in Zeiten von Börsenturbulenzen. Zugegeben, zumindest auf den ersten Blick stimmen die täglichen Nachrichten nicht unbedingt optimistisch. Inflation, Energiekrise, drohende Rezession: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erscheinen allenfalls anspruchsvoll. Doch an dieser Stelle fängt die Suche nach differenzierten Informationen bereits an. Nur diejenigen, die sich einen Überblick verschaffen, können auch in bewegten Zeiten Chancen erkennen.

Zunächst einmal: Anleger, die ihr Geld in Aktienfonds investieren, verlassen sich damit gleichzeitig auf die Expertise von Profis. Die Investmentexperten der entsprechenden Finanzinstitute kümmern sich um die Analyse und die Auswahl der Werte und die Zusammensetzung des Portfolios genauso wie um die Betrachtung von Quartalszahlen oder Prognosen. Trotzdem empfiehlt es sich für Anleger, über die Entwicklung in der Wirtschaft und insbesondere an den Finanzmärkten auf dem Laufenden zu bleiben. So können sie viel besser beurteilen, wie ihr Wunschanlage zusammengesetzt und ihr persönliches Chance-Risiko-Profil aussehen sollte.

Mehr noch: Sie können in ein konstruktives Sparring mit ihrem Berater oder Betreuer eintreten und dabei im besten Fall noch dazulernen oder neue Anlageideen entwickeln. Ebenso können sie eine Zweit- oder Drittmeinung von anderen Finanzdienstleistern oder unabhängigen Vermögensberatern einholen, wenn sie dies für notwendig halten. Die Erfahrung hat gezeigt: Viele Anleger sind sehr vorsichtig. Sie fürchten verständlicherweise eine falsche Beratung oder das Risiko, sich mit eigenen Entscheidungen auf den Finanzmärkten zu verzocken. Wie bei so vielen Dingen gilt aber: Wissen ist die wesentliche Grundlage, um aktuelle Entwicklungen verstehen und einschätzen zu können – und selbstbewusster auch bei der Geldanlage agieren zu können.

Tageszeitung und Geschäftsbericht

 

Anleger sollten also verstehen, wie sie ihr Geld investieren oder investieren lassen. Das gilt für Fonds und das gilt insbesondere für die Anlage mit einzelnen Aktien oder anderen Anlageformen. Grundvoraussetzung dafür ist, seriöse Informationen einzuholen – und überhaupt zu wissen, wo diese Informationen zu finden sind. Der erste Schritt ist einfach: Es ist der Blick in die eigene Tageszeitung, in spezialisierte Wirtschaftszeitungen, in Anlegermagazine oder auf entsprechende News-Portale. Sie alle liefern in unterschiedlicher Tiefe Daten und Einschätzungen zur Konjunktur und zu Branchen genauso wie zu einzelnen Unternehmen.

Beim Geschäft mit Einzeltiteln ist auch der Blick auf die Website und in den Geschäftsbericht eines Unternehmens nicht nur sinnvoll, sondern geraten. Die dort enthaltenen Daten und Fakten zur bisherigen Geschäftsentwicklung und die Prognosen geben zumindest einen Anhaltspunkt, wohin die Reise des Unternehmens gehen könnte, welche Risiken und auch welche Chancen bestehen. Weitere Quellen sind die Berichte von Analysten großer Banken oder von Ratingagenturen, die Publikationen der Finanzinstitute oder auch der einzelnen Börsenplätze etwa in Frankfurt, Berlin, München oder Stuttgart. 

Wer, wie und warum?

Wie sind nun gute Informationsquellen von weniger geeigneten zu unterscheiden? Dazu reicht es, sich selbst einige Fragen zur jeweiligen Quelle zustellen:

  1. Wer? Das bedeutet, wer ist der Herausgeber oder das Medium, das eine Information anbietet? Was ist über die Verfasser bekannt? Und bei Online-Medien: Besitzt die entsprechende Website ein Impressum mit Verantwortlichen, Ansprechpartnern, Adresse und Kontaktdaten?
  2. Wie? Wie professionell erscheint das Angebot insgesamt und welches Format hat die Informationsquelle? Ist es ein gutgemachter Podcast oder ein anschaulich geschriebener Blog – oder eine schwer verständliche Ansammlung von Texten? Bei der Internetsuche wird auch schnell ersichtlich: Wird die Quelle von seriösen Stimmen empfohlen, wie sehen die Bewertungen aus?
  3. Warum? Was ist der Zweck einer Information und welche Intention hat die Quelle – preist sie Produkte an und drängt zu einer bestimmten Geldanlage oder liefert sie nützliche Informationen? Zudem: An wen richtet sie sich und verweist sie gegebenenfalls noch auf weitere renommierte Quellen?

Freundeskreis und Netzwerk

Auch zu den richtigen Informationsquellen können Berater und Betreuer gute Tipps geben. In der Regel nutzen sie diese selbst, um auf dem Laufenden zu bleiben. Und sie sollten daran interessiert sein, mit ihren Kunden ein Beratungsgespräch auf Augenhöhe zu führen. Wie bei der Geldanlage gilt übrigens genauso bei der Information: nicht nur auf ein Pferd setzen. Anleger nutzen idealerweise einen Mix aus verschiedenen Quellen und erhalten damit einen einigermaßen objektiven Einblick, was gerade in der Wirtschaft und an den Börsen geschieht.

Auch können Sie mit den entsprechenden Online-Angeboten einzelne Anlageprodukte vergleichen. Oder an regelmäßigen Marktupdate-Veranstaltungen teilnehmen, was den Vorteil hat, dass sie nicht nur kompetente Informationen erhalten, sondern auch wichtige Akteure aus der Finanzbranche kennenlernen. Nicht zu unterschätzen ist übrigens der eigene Freundeskreis: Natürlich sollte jeder verantwortungsvolle Anleger einem „ganz heißen Tipp“ gegenüber skeptisch sein. Doch nicht selten findest sich im eigenen Umfeld ebenfalls Expertise in Finanzfragen, damit auch eine zweite oder dritte Meinung und ebenfalls ein sinnvoller Austausch zu aktuellen Entwicklungen und Anlagechancen.

Etwas Zeit investieren

Nie war die Geldanlage so schnell und komfortabel wie in digitalen Zeiten. Und jeder Anleger hat die Möglichkeit, sein Geld vertrauensvoll in die Hände von Experten zu legen, die anhand seiner Wünsche, Bedürfnisse und Lebensziele die entsprechenden Entscheidungen treffen. Doch wer sich umfassend informieren möchte, der sollte für ein tieferes Verständnis der Materie etwas Zeit investieren – ob nun durch das „Studium“ der richtigen Informationen oder für das Gespräch mit dem eigenen Berater. Letztlich ist diese Zeit aber eine gute Investition, denn es geht um die richtige Anlage des eigenen Vermögens.

 

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