Martin Henning
Leiter Cross-Asset Execution
| DAX | 25.260,69 |
| E-STOXX 50 | 6.131,31 |
| DAX | 25.260,69 | (+0,87%) |
| MDAX | 31.823,39 | (+1,09%) |
| TechDAX | 3.721,50 | (+0,63%) |
| Euro Stoxx 50 | 6.131,31 | (+1,18%) |
| Dow Jones | 49.625,97 | (+0,47%) |
Nasdaq | 25.012,62 | (+0,87%) |
Nikkei | 56.825,70 | (-1,12%) |
EUR/USD | 1,18 | (+0,34%) |
| Gold in $ | 5.145,80 | (+0,75%) |
| Oil (Brent) in $ | 72,27 | (-0,77%) |
| Bitcoin (USD) | 65.774,04 | (-2,68%) |
| Sartorius AG | 239,00 | (+3,24%) |
| Porsche Automobil Holding SE | 36,81 | (+2,34%) |
| adidas AG | 158,70 | (+2,22%) |
| Bayer AG | 43,68 | (-4,16%) |
| Zalando SE | 20,69 | (-1,62%) |
| Qiagen NV | 40,99 | (-0,82%) |
DAX & Dow Jones gehen freundlich ins Wochenende - Technologiewerte treiben asiatische Börsen nach oben
Zum Wochenausklang hat der Dax zugelegt. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.261 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem freundlichen Start hielt sich der Dax zunächst stabil im Plus. Am späten Nachmittag konnte der Index seine Zugewinne weiter ausbauen.
Rückenwind gab es von der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA, die Zölle von US-Präsident Donald Trump größtenteils zu kippen. Das Gericht urteilte mit einer Mehrheit von sechs zu drei Stimmen, dass der Präsident mit seiner Zollpolitik seine Befugnisse überschritten habe. Für seine weitreichenden Zölle brauche er aber eine klare Genehmigung des US-Kongresses. Unklar bleibt, welche Folgen das Urteil für die mittelfristige Zollpolitik der USA hat. Denn in beiden Parlamentskammern halten aktuell die Republikaner, die Partei Trumps, die Mehrheit.
Bis kurz vor Handelsschluss standen die Papiere von Adidas, Porsche und Siemens an der Spitze der Kursliste in Frankfurt. Das Schlusslicht bildeten die Bayer-Aktien.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagnachmittag etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1776 USD, ein Dollar war dementsprechend für 0,8492 € zu haben.
An den US-Börsen ist es am Freitag mit den Kursen nach oben gegangen, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA sein schon länger erwartetes Urteil zu den globalen Zöllen von US-Präsident Donald Trump gefällt hatte. Demnach sind die Zölle unrechtmäßig, weil das von Trump bemühte Notstandsgesetz den Präsidenten nicht dazu ermächtige, Zölle zu verhängen. Vor Bekanntwerden des Richterspruchs hatten die Indizes noch leicht nachgegeben, nachdem das US-Wirtschaftswachstum im 4. Quartal 2025 noch schwächer ausgefallen war, als Ökonomen ohnehin schon erwartet hatten. Dazu fiel auch der Preisanstieg der persönlichen Ausgaben im Dezember einen Tick höher als erwartet aus, was einen zusätzlichen Dämpfer für die zuletzt bereits nach hinten verschobenen Zinssenkungshoffnungen bedeutet. Das Zollurteil stellte die Daten, wie auch rückläufige US-Einkaufsmanagerindizes im Februar, und auch die anhaltenden Sorgen vor einer militärischen Eskalation im Nahen Osten dann aber in den Hintergrund.
Zum Ende des Handelstages lag der eng gefasste Dow-Jones-Index 0,5 Prozent höher bei 49.626 Punkten. Der S&P-500 kam um 0,7 Prozent voran und die techniklastigen Nasdaq-Indizes um 0,9 Prozent.
Der Dollar schwächte sich nach dem Urteil zu den Zöllen etwas ab. Der Euro kostete zuletzt 1,1786 Dollar, der Dollarindex büßte 0,2 Prozent ein. Eine Folge des Urteils könnten laut Marktbeobachtern wieder mehr Importe in die USA sein, was dollarnegativ wirke. Der Goldpreis zog um 1,9 Prozent an auf 5.094 USD. Er profitierte vom nachgebenden Dollar, aber auch seinem Ruf als sicherer Hafen im Hinblick auf die nun wieder befürchtete Phase höherer Unsicherheit. Die Ölpreise bewegten sich kaum, nachdem sie zuletzt auf Mehrmonatshochs gestiegen waren vor dem Hintergrund der Spannungen im Nahen Osten.
Am Aktienmarkt fanden sich die zuletzt festen Energieaktien am Ranglistenende, ihr Branchenindex büßte 0,7 Prozent ein. Tagessieger war der Subindex der Kommunikationsdienstleister mit einem Plus von 2,6 Prozent. Gesucht waren daneben Aktien aus dem Transportsektor.
Die asiatischen Aktienmärkte zeigen sich am Montag tendenziell mit Aufschlägen, auch wenn das US-Zollthema für Verunsicherung sorgt. In Festlandschina wird weiterhin wegen des chinesischen Neujahrsfests nicht gehandelt, in Japan ruht der Handel wegen des Geburtstags des Kaisers. In Hongkong befglügeln nach einer Woche Pause wegen der Neujahresfeierlichkeiten die Hoffnungen auf niedrigere Zölle eher. Der HSI zieht um 2,2 Prozent an und stellt den Index mit den höchsten Aufschlägen der Region - angeführt von Technologiewerten. Nach den zuletzt starken Verlusten seien Schnäppchenjäger aktiv, heißt es.
In Südkorea trieben Aktien mit KI-Fantasie den Kospi zunächst auf Rekordhoch, ehe Gewinnmitnahmen einsetzten. Aktuell gewinnt der Index 0,5 Prozent - lag aber bereits deutlich höher. Das Schwergewicht Samsung Electronics zieht um 1 Prozent an. Laut einem Bericht steht Samsung wahrscheinlich kurz vor einem großen Auftrag durch Nvidia. Der Kospi könnte auf bis zu 8.000 Punkte steigen, spekulieren derweil die Nomura-Analysten. Die Analysten haben ihr Ziel für den Kospi im ersten Halbjahr auf 7.500 bis 8.000 Punkte angehoben.
In Australien hat der S&P/ASX-200 mit Abgaben von 0,6 Prozent geschlossen. Technologietitel spielen bei diesem Index kaum eine Rolle. Die am Mittwoch zur Veröffentlichung anstehenden Inflationsdaten für Januar müssten schon einen Aufwärtsschock enthalten, wenn es eine Möglichkeit geben solle, dass die Notenbank des Landes die Zinsen im März anhebe, heißt es im Handel.
Die deutschen Aktienanleger reagieren am Montag ein wenig angespannt auf die neueste Zolldrohung des US-Präsidenten - auch wenn Donald Trumps Zollpolitik vor dem obersten US-Gericht kurz vor dem Wochenende eine Abfuhr erhalten hatte. So notiert der DAX vorbörslich mit einem Minus von 0,52% bei 25.114,00 Punkten.
Am Freitag war der Dax zeitweise bis auf 25.331 Punkte geklettert und hatte damit einen neuerlichen Höchstsand seit Mitte Januar erreicht. Damit schien eine Rückkehr an sein damaliges Rekordhoch bei gut 25.507 Punkten nur noch eine Frage von Tagen. Nun gehen die Anleger doch wieder in die Defensive. Denn zur drohenden militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran gesellen sich zur Unzeit wieder einmal Zollsorgen
China / USA
China hat nach einem Urteil des Obersten US-Gerichts zu Zöllen eine umfassende Prüfung der Auswirkungen angekündigt. Die Regierung in Washington solle ihre einseitigen Zollmaßnahmen gegen Handelspartner aufheben, teilte das chinesische Handelsministerium am Montag mit. China werde die weitere Entwicklung genau beobachten und seine Interessen entschlossen schützen.
Deutschland
Die Pläne der CDU für ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche stoßen in der Schwesterpartei CSU auf Widerstand. "Diese Verbotsdebatte geht an der Wirklichkeit vorbei", sagte der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Hoffmann, der "Augsburger Allgemeinen". Statt pauschaler Verbote müsse die Politik die Betreiber der Plattformen in die Pflicht nehmen. Die CDU hatte auf ihrem Parteitag am Samstag mit großer Mehrheit für eine gesetzliche Altersgrenze von 14 Jahren für die Nutzung sozialer Netzwerke gestimmt. Der Beschluss sieht eine verpflichtende Altersüberprüfung durch die Plattformbetreiber vor.
Deutschland / Ifo
Das Geschäftsklima in Deutschland dürfte sich im Februar aufgehellt haben. Volkswirte erwarten für den Ifo-Index einen Anstieg auf 88,3 Punkte, nach 87,6 Zählern im Januar. Nachdem das Barometer zu Jahresbeginn stagniert hatte, dürfte ein Anstieg Hoffnungen auf eine Konjunkturwende nähren.
Europa
Notenbank-Präsidentin Christine Lagarde hat einen Medienbericht über einen angedachten vorzeitigen Rückzug erneut nicht klar zurückgewiesen. Lagarde sagte dem US-Sender CBS, man habe bei der EZB viel erreicht und das müsse konsolidiert werden. "Meine Grundannahme ist, dass dies bis zum Ende meiner Amtszeit dauern wird", fügte sie hinzu. Lagarde war gefragt worden, ob sie möglicherweise vor Ablauf ihrer Amtszeit im Oktober 2027 zurücktreten werde, damit ihr Nachfolger noch vor den französischen Wahlen gewählt werden könne.
USA / BIP
US-Finanzminister Scott Bessent rechnet für 2026 mit einem US-Wirtschaftswachstum von mindestens 3,5 Prozent. "Es war dieser längste 'Shutdown' der Geschichte, der das vierte Quartal einbrechen ließ", sagte Bessent auf Fox News. Er führte das deutlich schwächere Wachstum von 1,4 Prozent zudem auf hohe Abschreibungen bei US-Autobauern zurück, ohne die das Bruttoinlandsprodukt demnach um ein bis zwei Prozentpunkte stärker gewachsen wäre.
USA / Zölle
Nach dem Gerichtsurteil gegen die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump halten die Handelspartner der USA Regierungsangaben zufolge an bestehenden Abkommen fest. Niemand sei an ihn herangetreten, um einen Deal aufzukündigen, sagte der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer am Sonntag dem Sender CBS. Er habe bereits mit seinem Kollegen aus der EU gesprochen. Die Partner wollten zunächst abwarten, wie sich die Situation entwickle. Trump selbst erhöhte am Samstag den erst am Freitag festgesetzten Globalzoll von 10 Prozent auf 15 Prozent.
Mehr als drei Tage nach dem Urteil des Supreme Courts gegen bestimmte von US-Präsident Donald Trump verhängte Zölle will die Zollbehörde CBP die Erhebung dieser Abgaben einstellen. Ab Dienstag würden alle Zollcodes für die im Zusammenhang mit dem Notstandsgesetz IEEPA verhängten Abgaben deaktiviert, schreibt die Behörde an Logistikunternehmen. Der Oberste Gerichtshof hatte diese bestimmte Art von Zöllen am Freitag für unrechtmäßig erklärt. Trump verhängte daraufhin auf einer anderen rechtlichen Grundlage umgehend neue Zölle in Höhe von 15 Prozent.
Boeing
Vietnamesische Fluggesellschaften wollen 90 Flugzeuge von Boeing im Wert von mehr als 30 Milliarden Dollar kaufen. Vor dem Hintergrund dieses Geschäfts stellte US-Präsident Donald Trump dem vietnamesischen Staatschef To Lam bei einem Treffen im Weißen Haus einen leichteren Zugang zu US-Spitzentechnologie in Aussicht.
Chemie-Tarifverhandlungen
In Wiesbaden gehen die Tarifverhandlungen für die 585.000 Beschäftigten in der chemischen und pharmazeutischen Industrie in die zweite Runde. Die erste Runde war Anfang Februar ergebnislos vertagt worden. Die Gewerkschaft IGBCE fordert wegen der hohen Inflation der vergangenen Jahre deutlich mehr Geld und lehnt eine Nullrunde ab. Die Arbeitgeber verweisen auf eine tiefe Branchenkrise.
Glencore
Der in der Schweiz beheimatete Rohstoff-Handelsriese steht offenbar vor einem neuen Deal: Er führt Gespräche über einen Verkauf seiner Beteiligung am kasachischen Bergbau-Unternehmen Kazzinc, wie Bloomberg aus informierten Kreisen erfahren hat. Losschlagen will Glencore seine 70%-Beteiligung an Kazzinc an den kasachischen Geschäftsmann Shakhmurat Mutalip, hieß es. Mutalip wiederum führe auch Gespräche mit anderen Marktteilnehmern in Kasachstan über zwei weitere Zukäufe, bei denen Glencore teils als Geldgeber eine Rolle spielen könnte. Sollten alle drei Transaktionen abgeschlossen werden, dürfte die kasachische Bergbauindustrie neu aufgestellt werden. Glencores geplantes Zusammengehen mit dem Konkurrenten Rio Tinto ist vor kurzem gescheitert.
Chinesische Festland-Börsen bleiben die Woche feiertagsbedingt geschlossen
08:00 DE/ Verbraucherpreise Januar (endgültig) y/y
08:00 GB/ Arbeitslsoengeldbezieher Januar m/m in Tsd.
08:00 GB/ Arbeitslosenquote Dezember (3-Monatsdurchschnitt)
08:00 GB/ Durchschnittsverdienst-Index in den 3 Monaten per Dezember y/y
10:00 IT/ Handelsbilanzsaldo Dezember in Mrd. €
11:00 DE/ ZEW-Konjunkturerwartungen Februar
11:00 EU/ ZEW-Konjunkturerwartungen Februar
14:30 US/ Empire State Manufacturing Index Februar
14:30 CA/ Wertpapierkäufe von ausländischen Investoren Dezember in Mrd. CAD
14:30 CA/ Verbraucherpreise Januar m/m
14:30 CA/ Großhandelsumsatz Dezember m/m
14:30 US/ Cleveland-Fed-Inflationserwartungen von Unternehmen Q4
16:00 US/ NAHB-Hausmakrtindex Februar
22:45 NZ/ Erzeugerpreise (Input) Q4 q/q
22:45 NZ/ Erzeugerpreise (Output) Q4 q/q
| Quartalszahlen / Termine Europa | Kerry Group PLC, Allegion PLC, Enagas, Metropole Television, ALSO Holding, DKSH Holding, Sinch AB, Medtronic |
| Quartalszahlen / Termine USA: | Hecla Mining, MRC Global, Vulcan Materials, Select Water Solutions, FirstEnergy, Palo Alto Networks, Huntsman, Celanese, Rogers Dorp., Franklin Electric, Devon Energy, EQT Corp., Toll Brothers Inc. |
| Dividendenabschläge u.a.: | Archer Daniels (0,52 USD), Chevron (1,78 USD), Hershey (1,45 USD), UPS (1,64 USD), |
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Seit dem 3. Januar 2018 muss zur Meldung von Geschäften ein Legal Entity Identifier (LEI) übermittelt werden. Hier zur Information der „LEI“ von Hauck & Aufhäuser: 529900OOZP78CYPYF471
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