Martin Henning
Leiter Cross-Asset Execution
| DAX | 22.839,56 |
| E-STOXX 50 | 5.613,83 |
| DAX | 22.839,56 | (-2,82%) |
| MDAX | 28.423,08 | (-3,71%) |
| TechDAX | 3.471,49 | (-2,48%) |
| Euro Stoxx 50 | 5.613,83 | (-2,14%) |
| Dow Jones | 46.021,43 | (-0,44%) |
Nasdaq | 24.355,28 | (-0,29%) |
Nikkei | 53.372,53 | (-3,38%) |
EUR/USD | 1,16 | (-0,17%) |
| Gold in $ | 4.678,45 | (+0,61%) |
| Oil (Brent) in $ | 116,41 | (+3,67%) |
| Bitcoin (USD) | 70.312,51 | (-0,25%) |
| Deutsche Boerse AG | 249,20 | (+0,12%) |
| RWE AG | 57,76 | (-0,35%) |
| SAP SE | 160,00 | (-0,89%) |
| Vonovia SE | 21,61 | (-12,12%) |
| infineon Technologies AG | 37,10 | (-7,19%) |
| Continental AG | 57,42 | (-7,09%) |
Eskalierender Nahostkrieg drückt DAX tief ins Minus - Wall Street etwas leichter - Asiatische Märkte tendieren uneinheitlich
Der eskalierende Iran-Krieg und der weiter steigende Ölpreis haben den deutschen Aktienmarkt auch am Donnerstag kräftig unter Druck gesetzt. Belastend wirkte auch die schwindende Aussicht auf Zinssenkungen. Die Europäische Zentralbank ließ den Leitzins wie weithin erwartet unverändert und erhöhte ihre Inflationsprognosen. Der Krieg im Nahen Osten habe die Aussichten deutlich unsicherer gemacht, hieß es. Er werde über höhere Energiepreise erhebliche Auswirkungen auf die kurzfristige Inflation haben. Ähnlich begründeten auch die Bank of England ebenfalls am Donnerstag und die US-Notenbank am späten Mittwoch ihr Festhalten an den aktuellen Zinsniveaus. Der DAX fiel um 2,8 Prozent auf 22.840 Punkte.
Die Ölpreise haben am Donnerstag die Richtung an der Wall Street vorgegeben. Der weiter eskalierende Krieg im Nahen Osten und die anhaltenden Angriffe auf Energie-Infrastruktur hatten den Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent zunächst bis auf knapp 119 USD nach oben getrieben. Doch mit Aussagen von US-Finanzminister Scott Bessent gaben die Ölpreise ihre Gewinne wieder ab und drehten leicht ins Minus. Bessent hatte erklärt, die USA könnten die Sanktionen gegen iranisches Öl auf See aufheben und mehr Öl aus ihren strategischen Reserven freigeben, um die Preise zu dämpfen. Der Preis für Brent fiel um 0,5 Prozent auf 106,83 Dollar, WTI gab um 1,5 Prozent nach. Am Vortag hatte die staatliche Energy Information Administration einen Anstieg der US-Rohölvorräte gemeldet. Mit den nachgebenden Ölpreisen erholten sich die Indizes an der Wall Street. Der Dow-Jones-Index verlor 0,4 Prozent auf 46.021 Punkte, nach einem Tagestief bei 45.734 Punkten. S&P-500 und Nasdaq-Composite reduzierten sich um jeweils 0,3 Prozent. Der Goldpreis stand erneut unter Druck; die Feinunze ermäßigte sich um 3,6 Prozent auf 4.645 USD.
Unter den Konjunkturdaten des Tages sank die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend, während Volkswirte mit einem kleinen Anstieg gerechnet hatten. Der Philadelphia-Fed-Index stieg im März auf 18,1 von 16,3 Punkten im Februar. Hier war ein Rückgang auf 8,4 prognostiziert worden. Die Neubauverkäufe gingen im Januar wesentlich stärker zurück als prognostiziert. Die Lage der US-Industrie in der Region Philadelphia hat sich im März dagegen aufgehellt, während Ökonomen eine Eintrübung erwartet hatten.
Nach den starken Kursverlusten am Donnerstag geht es am Freitag an den Börsen in Ostasien wieder etwas ruhiger zu. Insgesamt ist die Tendenz uneinheitlich, in Tokio pausiert der Handel anlässlich des Feiertags zum Frühlingsanfang. Zur Beruhigung trägt bei, dass die Ölpreise von den jüngsten Hochs wieder etwas zurückgekommen sind, aktuell kostet Brent-Öl 107,50 Dollar, 1 Prozent weniger als am späten Freitag. Dazu hatten die US-Börsen trotz des Anstiegs des Ölpreises am Vortag auf bis rund 118 Dollar nur leichte Verluste verzeichnet.
In Seoul geht es für den Kospi um 0,2 Prozent nach oben. Sydney hat mit einem Minus von 0,8 Prozent den letzten Handelstag der Woche bereits beendet. In Shanghai tendiert der Composite-Index gut behauptet, während es in Hongkong für den HSI um 0,6 Prozent nach unten geht. Dazu trägt ein kräftiges Minus der Alibaba-Aktie von 6,0 Prozent bei. Der Technologiekonzern meldete am Vortag nach Börsenschluss einen Einbruch des Nettogewinns im 3. Geschäftsquartal um 67 Prozent, maßgeblich als Folge von hohen Investitionen. Dass in China wichtige Zinsen unverändert (s.u.) gelassen wurden, bewegt nicht.
Bei leicht gesunkenen Ölpreisen dürfte sich der Dax am Dienstag zunächst weiter von seinem Tief seit Mai 2025 erholen und notiert vorbörslich 0,34% fester bei 22.917,50 Punkten.
Die Stimmung an den Märkten hat sich grundlegend gedreht. Während Tech- und KI-Werte zunehmend mit Volatilität und Bewertungsrisiken kämpfen, erleben klassische Versorger ein unerwartetes Comeback. Laut IEA und EIA steigt der globale Strombedarf strukturell weiter, nicht nur wegen E-Mobilität und Wärmepumpen, sondern vor allem durch energiereiche KI-Rechenzentren. Energie wird damit zur zentralen Infrastruktur des digitalen Zeitalters.
China
Die chinesische Notenbank hat ihre wichtigen Kreditzinsen am Freitag den zehnten Monat in Folge unverändert gelassen. Der Schritt entsprach den Markterwartungen. Der einjährige Referenzzinssatz für Bankkredite (LPR) wurde bei 3,0 Prozent belassen, der fünfjährige bei 3,5 Prozent. In einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters hatten alle 20 befragten Marktteilnehmer mit diesem Schritt gerechnet. Experten verweisen auf die durch den Nahost-Krieg gestiegenen Ölpreise, die die Inflation anfachen. Zudem verringerten überraschend gute Wirtschaftsdaten für Januar und Februar die Dringlichkeit für Maßnahmen zur Unterstützung der Konjunktur.
Deutschland
Die Industriestaaten-Organisation OECD rät der deutschen Politik von Maßnahmen wie Tankrabatt oder höherer Pendlerpauschale als Antwort auf gestiegene Energiepreise ab. "Diese Forderungen sind natürlich verständlich, da die höheren Benzin- und Dieselpreise die Kaufkraft der Haushalte verringern", sagte der Deutschland-Experte der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Robert Grundke, der Nachrichtenagentur Reuters. "Allerdings kosten diese Maßnahmen auch eine Menge Geld."
Deutschland / Benzin
Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind in den ersten beiden Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht gesunken. Sie fielen um 0,8 Prozent auf knapp 135 Mrd. €, wie aus dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht, der am Freitag veröffentlicht werden soll. Im Februar allein stiegen die Einnahmen allerdings um 1,6 Prozent auf gut 70 Mrd. €. Ohne Sondereffekte hätte es ein noch deutlicheres Plus von 6,5 Prozent gegeben. Für das Gesamtjahr rechnen Experten mit einem Plus von knapp drei Prozent.
Deutschland / Energie
Die Bundesregierung sieht in den gestiegenen Energiepreisen vorerst offenbar keinen Anlass, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Senkung der Stromsteuer für alle Verbraucher doch noch umzusetzen. Dies geht aus einer der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorliegenden Antwort des Finanzministeriums auf eine entsprechende Frage der Grünen hervor. "Die Bundesregierung beobachtet die aktuelle Lage hinsichtlich der Energiepreise sehr genau", heißt es in dem Schreiben. Zur Senkung der Energiepreise habe die Bundesregierung bereits Maßnahmen beschlossen, die allen Verbrauchern zugutekämen.
Iran / USA
Eine Mehrheit der US-Bürger rechnet mit einem Befehl von Präsident Donald Trump für einen großangelegten Bodenkrieg im Iran, doch nur eine Minderheit befürwortet einen solchen Schritt. Einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters und des Meinungsforschungsinstituts Ipsos zufolge gehen 65 Prozent der Amerikaner davon aus, dass Trump Truppen in den Iran schicken wird. Unterstützung findet diese Vorstellung bei sieben Prozent der Befragten.
Ungarn / EU
Bundeskanzler Friedrich Merz hat dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban "grobe Illoyalität" vorgeworfen und Konsequenzen wegen dessen Blockade eines Milliardenkredits für die Ukraine angekündigt. "Ich werde dieses Thema spätestens bei den (EU-)Haushaltsberatungen wieder aufrufen", sagte er nach Ende des EU-Gipfels. "Wir sind uns einig, dass wir das, was heute im Europäischen Rat geschehen ist, so nicht hinnehmen. Das wird auch Konsequenzen haben, die weit über dieses einzelne Ereignis hinausreichen."
USA / Kuba
Das US-Militär probt einem hochrangigen General zufolge keine Invasion Kubas. Das zuständige US-Militärkommando bereite sich auch nicht aktiv auf eine militärische Einnahme der Insel vor, sagte General Francis Donovan bei einer Anhörung im Senat. Die USA seien jedoch bereit, auf Bedrohungen für ihre Botschaft zu reagieren und bei der Bewältigung einer Massenflucht von der Insel zu helfen.
Amazon
Gründer Jeff Bezos plant einem Zeitungsbericht zufolge einen 100 Milliarden Dollar schweren Fonds für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Fertigungsindustrie. Das "Wall Street Journal" (WSJ) berichtete, Ziel sei es, Unternehmen zu übernehmen und deren Automatisierung voranzutreiben. Bezos führe bereits Gespräche mit großen Vermögensverwaltern.
Deutsche Bank
bekommt zwei neue Vorstandsmitglieder. Der Vorstandschef des Vermögensverwalters DWSDWSG.DE, Stefan Hoops, rückt zum 1. Mai zusätzlich in das Gremium des Mutterkonzerns ein, wie Deutschlands größte Bank mitteilte. Zugleich übernimmt Marie-Jeanne Deverdun den Posten des Technologie- und Innovations-Vorstands. Sie löst Bernd Leukert ab, der die Bank nach sieben Jahren im Vorstand Ende Juni verlässt.
Elmos
Das Urlaub könnte Insidern zufolge demnächst den Besitzer wechseln. Die Gründer erwägen einen Ausstieg bei dem Chipzulieferer für die Autoindustrie, wie mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Elmos habe die Investmentbank Morgan Stanley damit beauftragt, den Verkaufsprozess zu begleiten.
Fedex
Das Unternehmen hat nach einem überraschend starken Weihnachtsgeschäft seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben. Im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal stieg der bereinigte Gewinn auf 5,25 USD pro Aktie, wie der US-Logistikkonzern und Deutsche-Post-Rivale mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 4,14 USD gerechnet. Der Umsatz kletterte auf 24 Mrd. USD und übertraf damit ebenfalls die Erwartungen von 23,4 Mrd. USD.
Vincorion
Der Rüstungszulieferer Vincorion feiert sein Debüt an der Frankfurter Börse. Die Papiere wurden zu einem Festpreis von 17 € ausgegeben, womit das Unternehmen aus Wedel bei Hamburg auf eine Bewertung von rund 850 Millionen Euro kommt. Der Finanzinvestor Star Capital hat im Zuge des Börsengangs seine Mehrheitsbeteiligung abgegeben. Die Emission war Banken zufolge bereits kurz nach Beginn der Zeichnungsfrist mehrfach überzeichnet. Vincorion stellt unter anderem Generatoren für Panzer und Flugabwehrsysteme her und verbuchte 2025 einen Umsatz von gut 240 Mio €.
08:00 DE/ Erzeugerpreise Februar m/m
08:00 GB/ Öffentlicher Finanzierungsbedarf Februar in Mrd. Pfund
10:00 IT/ Handelsbilanzsaldo Januar in Mrd. €
10:00 EU/ EZB-Leistungsbilanzsaldo Januar (saisonbereinigt) in Mrd. €
11:00 EU/ Handelsbilanzsaldo Januar (saisonbereinigt) in Mrd. €
12:00 DE/ Verfall Futures und Optionen (STOXX-Familie)
12:00 GB/ BCI-Index Erwartungen Industrieaufträge März
13:00 DE/ Verfall Indexfutures und -optionen (Eurex)
13:30 CA/ Rohstoffpreise Februar m/m
13:30 CA/ Erzeugerpreise Februar m/m
13:30 CA/ NHPI-Hauspreisindex Januar m/m
13:30 CA/ Einzelhandelsumsatz Januar
17:30 DE/ Verfall Aktienoptionen (Eurex)
20:30 US/ Commitments of Traders Report
21:15 US/ Verfall Indexfutures
| Quartalszahlen / Termine Europa | Bechtle AG, Data Modul, Westag, Ludwi.Beck a.Rath.eck-Textil, Carnival, Fuchs SE, Smiths Group PLC, Ermenegildo Zegna |
| Quartalszahlen / Termine USA: | - |
| Dividendenabschläge u.a.: | Walmart (0,2475 USD), Main Street Capital Corp. (0,30 USD), Canadian Natural Resources (0,625 CAD) |
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