Aktienmarktbericht
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Aktienmarktbericht

Börsenindizes, Berichte zu den Weltbörsen, Meldungen über aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklungen sowie Unternehmensnachrichten.

13. Januar 2022

Lesezeit: 7 Minuten

Donnerstag, 13. Januar 2021, 09:00 Uhr

Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen
Ihr Aktienhandel von Hauck Aufhäuser Lampe.

Eröffnungen

DAX 15.959,83
E-STOXX 50 4.315,63

Financial Markets

DAX 16.010,32 (+0,43%)
MDAX 34.885,33 (+0,68%)
TecDAX 3.656,41 (+0,38%)
EuroStoxx50 4.316,39 (+0,81%)
Dow Jones 36.290,32 (+0,11%)
Nasdaq  15.905.10 (+0,38%)
Nikkei 28.489,13 (-0,96%)
EUR/USD 1,1441  
Gold in $ 1.826,14  
Oil (Brent) in $ 84,67  

DAX Tops

RWE 35,29 (+2,02%)
Vonovia 47,68 (+1,82%)
Dt. Post 54,91 (+1,70%)

DAX Flops

Continental 94,24 (-1,40%)
Covestro 55,6 (-1,00%)
Fresenius 36,68 (-0,81%)

Deutschland - DAX auf Erholungskurs

Europas wichtigste Aktienmärkte haben ihre Erholung am Mittwoch fortgesetzt. Zwar stiegen in den USA die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,0 Prozent, jedoch hatten Analysten diese Entwicklung erwartet. Bald höhere US-Zinsen gelten inzwischen als eingepreist in den Kursen.In diesem Umfeld stieg zur Wochenmitte der EuroStoxx 50 um 0,81 Prozent auf 4316,39 Punkte. An den großen Länderbörsen ging es ebenfalls nach oben. Der Cac 40 in Paris gewann 0,75 Prozent auf 7237,19 Punkte. Der FTSE 100 in London legte um 0,81 Prozent auf 7551,72 Prozent zu.
Der Dax setzte am Mittwoch die Erholung vom Vortag fort, er schloss mit plus 0,43 Prozent auf 16 010,32 Punkte wieder über der 16 000er Marke. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel legte mit 0,68 Prozent auf 34 885,33 Zähler noch etwas stärker zu.

Unter den Einzelwerten zogen im Dax die Anteile von RWE als Dax-Spitzenreiter mit plus zwei Prozent das Interesse auf sich. Börsenbrief-Autor Hans Bernecker hob das tags zuvor angekündigte Windkraft-Projekt in Spanien samt den hohen Strompreisen als Stütze hervor. Er rechnet demnächst außerdem noch mit Nachrichten zur Ausgliederung der Braunkohle in eine Stiftung. Deutsche Post gewannen 1,7 Prozent. Die Bank JPMorgan machte für den Kurs des Logistikers ein Aufwärtspotenzial von fast 40 Prozent aus und zählt damit zu den größten Optimisten am Markt.Teamviewer schnellten nach vorläufigen Jahreszahlen um fast 15 Prozent nach oben und waren mit großem Abstand MDax-Spitzenreiter. Der Anbieter von Fernwartungssoftware berichtete von einem starken Umsatzwachstum. Anfang Oktober war der Kurs nach gekappten Wachstumszielen eingebrochen.
Europaweit verzeichneten Rohstoff- und Ölwerte deutliche Gewinne. Marktbeobachter verwiesen auf jüngst kräftig gestiegene Metallpreise. Für Rückenwind hätten die Äußerungen des US-Notenbank-Vorsitzenden Jerome Powell gesorgt, schrieb die Commerzbank. Powell hatte die gute Wirtschaftsentwicklung betont und auch deshalb Zinserhöhungen in Aussicht gestellt. "Die Marktteilnehmer am Ölmarkt zogen daraus ihre eigenen Schlüsse und deckten sich in Erwartung einer weiterhin robusten Ölnachfrage mit Öl-Terminkontrakten ein", so die Commerzbank-Analysten.In London gewannen die Papiere der Minenbetreiber BHP Group und Rio Tinto 4,5 beziehungsweise 2,9 Prozent. Die Titel des Ölkonzerns BP gewannen wie in Paris Totalenergies mehr als 3 Prozent. Defensive Aktien aus dem Bereich Pharma wurden zur Wochenmitte im freundlichen Gesamtmarkt eher gemieden. Die Aktien von Roche verloren 2,5 Prozent. Marktbeobachter begründeten die Abschläge mit einer Entscheidung der öffentlichen US-Krankenversicherung, die Übernahme der immensen Kosten für das Alzheimer-Medikament Aduhelm von Biogen stark zu begrenzen. Auch andere Alzheimer-Präparate könnte dies treffen, wird nun vermutet, etwa das in der Entwicklung befindliche Mittel Gantenerumab von Roche. Einen herben Kurseinbruch erlebten zudem die Philips -Aktien mit minus 15,5 Prozent. Die weltweiten Lieferkettenprobleme und die Folgen eines Produktrückrufs belasteten den Medizintechnikkonzern auch im Schlussquartal 2021. Der Umsatz dürfte deutlich niedriger ausfallen als zuvor prognostiziert. Analyst David Adlington von JPMorgan sprach von einer deutlichen Warnung für das vierte Quartal. Die enttäuschenden Aussagen nagten am Vertrauen der Investoren.

USA - Moderat, Inflationsanstieg wie erwartet

Ein starker Anstieg der Inflation hat dem New Yorker Aktienmarkt am Mittwoch nicht geschadet. Die Verbraucherpreise in den USA stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,0 Prozent. Das ist die höchste Inflationsrate seit dem Jahr 1982, womit Analysten jedoch gerechnet hatten. Der Leitindex Dow Jones Industrial ging 0,11 Prozent höher bei 36 290,32 Punkten aus dem Handel. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,28 Prozent auf 4726,35 Punkte hoch.Der technologielastige Nasdaq 100 verbuchte ein Plus von 0,38 Prozent auf 15 905,10 Zähler. Er hatte zu Wochenbeginn mit dem tiefsten Stand seit Mitte Oktober noch besonders stark unter Zinssorgen gelitten, sich seitdem aber schon wieder um fast fünf Prozent erholt. Die Aktien des Elektroautoherstellers Tesla waren am Mittwoch mit plus 3,9 Prozent unter den Tech-Favoriten.
Von der US-Notenbank (Fed) geplante Leitzinsanhebungen als Reaktion auf die hohe Inflation und die gute Wirtschaftsentwicklung sehen Marktbeobachter inzwischen in den Aktienkursen eingearbeitet. Die Fed werde die geldpolitischen Zügel wohl auch nur schrittweise anziehen und in einem Tempo, mit dem die Finanzmärkte zurechtkämen, schrieb Stratege Marko Kolanovic von der Investmentbank JPMorgan. Zudem dürfte die Straffung der Geldpolitik von einer kräftigen zyklischen Erholung der Konjunktur flankiert werden, so Kolanovic. Er sieht selbst in steigenden Kapitalmarktrenditen und Zinserwartungen keine wirkliche Belastung für Aktien. Sie sprächen vielmehr für Umschichtungen aus Wachstumstiteln in werthaltige Papiere.
Unter den Einzelwerten standen zur Wochenmitte die Aktien von Biogen mit einem Kursverlust von 6,7 Prozent im Fokus. Die öffentliche US-Krankenversicherung will die Übernahme der immensen Kosten für das Alzheimer-Medikament Aduhelm von Biogen stark begrenzen. Die Papiere des Pharmakonzerns Eli Lilly , der ein laut Investoren noch vielversprechenderes Alzheimer-Mittel entwickelt, sanken um 2,4 Prozent. Im Dow waren die Titel des Cloud-Computing-Spezialisten Salesforce vorne mit plus 1,3 Prozent. Hinten im Leitindex lagen die Anteile von Goldman Sachs mit minus 3,2 Prozent. Morgen  legen mit JPMorgan , Citigroup und Wells Fargo die ersten US-Großbanken ihre Quartalszahlen vor. Deren Kurse legten zur Wochenmitte moderat zu. Der Quartalsbericht von Goldman Sachs folgt am kommenden Dienstag.

Asien - Leichter, schwacher Dollar bremst Nikkei

Überwiegend mit Verlusten zeigen sich die ostasiatischen Aktienmärkte am Donnerstag. Die Indizes konsolidieren die teils kräftigen Gewinne vom Vortag. Die Vorgabe der Wall Street gibt wenig her, dort hatte sich insgesamt wenig getan, bei einer leicht positiven Grundtendenz. Der starke Anstieg der US-Verbraucherpreise im Dezember um 7 Prozent im Jahresvergleich war dort gut weggesteckt. Aber Schwäche zeigt seitdem aber der Dollar, was als Bremser an der japanischen Börse wirkt. Der Dollar kostet 114,51 Yen, verglichen mit 115,37 zur gleichen Vortageszeit. Das verschlechtert die Exportaussichten japanischer Unternehmen. Der Nikkei-Index gibt um 0,96 Prozent nach auf 28.489 Punkte. Daneben verweisen Marktteilnehmer auf die Corona-Pandemie als Belastungsfaktor. In Schanghai gibt der Index um 0,8 Prozent nach. Hier sprechen Händler von Zurückhaltung im Hinblick auf das nahende chinesische Neujahrsfest. Für die Aktien von Fast Retailing und Seven & I Holdings geht es in Tokio im unmittelbaren Vorfeld der Bekanntgabe von Geschäftszahlen um 1,3 bzw 3,4 Prozent nach unten. In der gesamten Region sind erneut Energie-und Ölwerte gesucht nach dem jüngsten Anstieg der Energie- und Ölpreise. In Tokio verteuern sich Inpex um 1,5 Prozent, in Hongkong legen ENN Energy um 3,0 und CNOOC und Petrochina um je rund 1,5 Prozent zu. Petrochina kündigte zudem für 2021 einen starken Gewinnanstieg an. In Seoul steigen SK Innovation um 1,7 Prozent, in Sydney haben die Ölwerte Santos und Woodside 1,6 bzw. 2,3 Prozent fester geschlossen. In Hongkong werden Aktien aus dem Immobiliensektor verkauft, nachdem zuletzt diverse Unternehmen Zinszahlungen nicht leisten konnten und nun Geschäftsbereiche verkaufen müssen. 

Ausblick für heute

DAX
Der Dax dürfte am Donnerstag zunächst weiter um die 16 000 Punkte schwanken. Nachdem der deutsche Leitindex die runde Marke am Vortag zunächst zurückerobern konnte, wird er nun einige Punkte darunter erwartet. Der Broker IG taxierte ihn eine Stunde vor dem Xetra-Start 0,17 Prozent tiefer auf 15 983 Punkte.Mit Blick auf die Kursgewinne am Vortag sahen Analysten der Commerzbank am Morgen eine gewisse Gelassenheit der Anleger angesichts der steigenden Verbraucherpreise. "Obwohl die US-Inflation auf ein fast 40-Jahres-Hoch kletterte, wurde dies als weitgehend erwartet und eingepreist interpretiert", schrieben sie am Morgen. Der Markt arrangiere sich offenbar mit der Tatsache, dass es in diesem Jahr bis zu vier Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed geben werde.  

Virus/RKI
In Deutschland registriert das Robert-Koch-Institut mit 81.417 Corona-Neuinfektionen den zweiten Tag in Folge einen neuen Höchstwert. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 427,7 von 407,5 am Vortag. Gesundheitsminister Karl Lauterbach zeigte sich im Nachrichtenportal "The Pioneer" skeptisch, ob das Impfziel einer 80-Prozent-Quote bei Erstimpfungen bis Ende Januar erreicht werden kann: "Es wird sehr schwer sein, das ist klar."   
     
Nord Stream 2
Der US-Senat stimmt heute über Sanktionen gegen die Betreiber der Ostseepipeline Nord Stream 2 ab. Der vom republikanischen Senator Ted Cruz eingebrachte Gesetzentwurf sieht die Strafmaßnahmen unabhängig von etwaigen Angriffen Russlands auf die Ukraine vor. Es gilt als unwahrscheinlich, dass das Gesetz angenommen wird. Am Mittwoch hatten Demokraten einen Gesetzentwurf vorgestellt, der Sanktionen gegen russische Regierungsvertreter und Banken vorsieht, aber auch Maßnahmen gegen Nord Stream 2, die mehr russisches Gas nach Westeuropa bringen soll.

Unternehmen

Aareal Bank
Petrus Advisers lehnt das Übernahmeangebot dreier weiterer Investoren für den Immobilienfinanzierer ab. "Wir sind weiterhin überzeugt, dass es substanziellen unentdeckten sowie unterentwickelten Wert sowohl bei Aareon, der Software-Tochter von Aareal, als auch im Bankgeschäft der Aareal gibt", sagt Petrus-Manager Till Hufnagel dem "Handelsblatt". Das 1,74 Milliarden Euro schwere Übernahmeangebot von Advent, Centerbridge und CPPIB läuft bis zum 19. Januar. 

Deutsche Bank
Die Gewerkschaft Verdi will in den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der zur Deutschen Bank gehörenden Postbank mit Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Geplant sind am Standort München an diesem Donnerstag und Freitag Arbeitsniederlegungen im Bereich der Infrastruktur, kündigte Verdi an. Am Freitag und Samstag würden zwischen 35 und 45 Postbank-Filialen in den Streik gerufen. 

E.ON
E.ON steigt beim norwegischen Unternehmen Horisont Energi ein. Im Rahmen einer Privatplatzierung, die bis Ende Januar abgeschlossen sein soll, werde E.ON einen Anteil von 25 Prozent an der 2019 gegründeten Horisont Energi erwerben, teilten beide Unternehmen mit. Ferner sei eine strategische Kooperationsvereinbarung geschlossen worden. Gegenstand ist die Entwicklung eines europaweiten Dienstleistungsangebots für die Abscheidung, den Transport und die Speicherung von Kohlendioxid (CCS) sowie der Aufbau von Wertschöpfungsketten und die Produktion von sauberem Wasserstoff und Ammoniak.   

Jenoptik
Der Technologiekonzern profitiert derzeit von der weltweit hohen Nachfrage nach Halbleitern. "Jeder, der einen Chip herstellen will, braucht eine Chipfabrik. Und in den notwendigen Maschinen sind unsere optischen Sensoren drin", sagte Jenoptik-Chef Stefan Traeger der "SZ". "Die Nachfrage ist so groß, wir können gar nicht schnell genug produzieren und bauen gerade neue Kapazitäten auf. Bis zum Jahr 2025 wollen wir alleine 50 Prozent des Umsatzes der Jenoptik mit der Halbleiter- und Elektroindustrie machen." 

Nordex
Nordex erhält 72 MW Benefit-Green Auftrag, 13 Delta 4000 Turbinen

Salzgitter
Der Stahlkonzern will Mitte der 2030er Jahre keinen Hochofen mehr betreiben. Die Stahlproduktion soll bis dahin komplett auf ein neues Verfahren umgestellt sein. "Dann haben wir unseren CO2-Ausstoß in der Stahlproduktion um 95 Prozent reduziert, also um fast 8 Millionen Tonnen jedes Jahr", sagte Vorstandschef Gunnar Groebler der "FAZ".

SMA Solar
Der Solartechnikkonzern senkt seine Ergebnisprognose für 2021. Aufgrund eines einmaligen Sondereffekts rechnet der Vorstand nunmehr für das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem operativem Ergebnis (Ebitda) zwischen 20 Millionen und 30 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilt. Zuvor hatte SMA 50 Millionen bis 65 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Hintergrund seien laufende Verhandlungen bezüglich eines bestehenden Servicevertrags im Bereich Betriebsführung und Wartung für Photovoltaik-Kraftwerke. Anlass seien Mängel eines Teils der durch SMA zu wartenden Solarparks, die erst nach Vertragsabschluss offenkundig geworden seien. 

Volkswagen
Über einen Einstieg in die Formel 1 wird die VW-Tochter Audi einem Insider zufolge wohl erst Ende des ersten oder Anfang des zweiten Quartals entscheiden. Das Thema stehe zwar auf einer Audi-Aufsichtsratssitzung Ende Februar, eine Entscheidung stehe aber nicht an, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von einer mit der Sache vertrauten Person. Zuvor müssten noch Details geklärt werden; auch müsse sich ein Einstieg des Ingolstädter Autobauers in die Rennsportserie rechnen.   
- Auftakt im Wahlkampf der IG Metall für die Betriebsratsratswahl in Wolfsburg (18:00)

Termine

10:00 IT Industrieproduktion November m/m
10:00 EU EZB-Wirtschaftsbericht
10:30 GB BoE-Umfrage zu den Kreditkonditionen
14:30 US Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche in Tsd.
14:30 US Fortgesetzte Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche in Mio.
14:30 US Erzeugerpreise Deuember m/m
16:30 US DoE Erdgas-Lagerhaltung in BCF

Quartalszahlen und andere Ereignisse

Quartalszahlen / Termine Europa u.a.: Hella, Rheinmetall, Südzucker
Quartalszahlen / Termine USA: Delta Air Lines
Dividendenabschläge u.a.: Abbott Laboratories (0,47 USD), AbbVie (1,41 USD), EOG Resources (0,75 USD), General Dynamics (1,19 USD), IDEX (0,54 USD), Kering (3,50 €)

Bitte beachten Sie unsere Rechtlichen Hinweise für Marktberichte.

MiFID II/MiFIR

Seit dem 3. Januar 2018 muss zur Meldung von Geschäften ein Legal Entity Identifier (LEI) übermittelt werden. Hier zur Information der „LEI“ von Hauck & Aufhäuser: 529900OOZP78CYPYF471

Weitere Informationen finden Sie unter: www.gleif.org