Martin Henning
Leiter Cross-Asset Execution
| DAX | 24.737,24 |
| E-STOXX 50 | 5.976,07 |
| DAX | 24.373,24 | (+1,38%) |
| MDAX | 31.857,74 | (+1,68%) |
| TechDAX | 3.960,07 | (+1,53%) |
| Euro Stoxx 50 | 5.976,07 | (+2,13%) |
| Dow Jones | 50.009,35 | (+1,31%) |
Nasdaq | 29.297,70 | (+1,66%) |
Nikkei | 61.674,10 | (+3,13%) |
EUR/USD | 1,16 | (-0,12%) |
| Gold in $ | 4.529,03 | (-0,33%) |
| Oil (Brent) in $ | 109,76 | (-4,28%) |
| Bitcoin (USD) | 77.681,29 | (+0,03%) |
| Infineon Technologies AG | 67,94 | (+5,11%) |
| MTU Aero Engines AG | 287,40 | (+4,40%) |
| Deutsche Bank AG | 28,06 | (+4,29%) |
| BASF SE | 51,10 | (-2,29%) |
| SAP SE | 153,42 | (-2,11%) |
| Brenntag SE | 58,82 | (-1,57%) |
DAX geht freundlich in die neue Woche - US-Börsen tendieren knapp behauptet - Börsen in Asien zeigen sich uneinheitlich
Mit überwiegend moderaten Kursgewinnen sind die europäischen Aktienmärkte in die neue Woche gestartet. Tagesfavoriten waren deutsche Aktien. Der Euro-Stoxx-50 schloss 0,4 Prozent höher, für den DAX ging es aber um 1,5 Prozent deutlich stärker nach oben auf 24.308 Stellen. Die kräftigere Erholung des DAX erklärten Marktteilnehmer mit starken Kursgewinnen bei Indexschwergewichten. So verbesserten sich die zuletzt schwächeren SAP um 2,6 und Rheinmetall um 4,6 Prozent. Rheinmetall erhielten Rückenwind von einer Kaufempfehlung der Citigroup.
Die Berichtssaison setzte kaum noch Akzente, aus dem Euro-Stoxx-600 legen im Verlauf der Woche noch 33 Unternehmen ihre Geschäftszahlen für die ersten drei Monate des Jahres vor. Die Berichtssaison ist insgesamt erfreulich verlaufen, ein wichtiger Grund, warum die Börsen trotz des Iran-Kriegs nicht eingebrochen sind. Die DAX-Unternehmen konnten die Gewinne laut der Deutschen Bank im ersten Quartal um 5 Prozent steigern. Das sei der stärkste Zuwachs seit mehr als zwei Jahren.
Nach einem gut behaupteten Start haben die US-Börsen am Montag mit moderaten Verlusten geschlossen. Die Meldungslage zum Nahostkonflikt wurde zwar aufmerksam, bewegte zunächst aber kaum. Medienberichten zufolge sollen sowohl Washington als auch Teheran Änderungen an ihren jeweiligen Vorschlägen zur Beendigung des Krieges vorgenommen haben, aber weiterhin weit auseinanderliegen. Der eng gefasste Dow-Jones-Index schloss 0,3 Prozent im Plus bei 49.686 Punkten, der wesentlich breitere S&P-500 büßte am Ende lediglich 0,1 Prozent ein. Die technologielastigen Nasdaq-Indizes gaben um bis zu 0,5 Prozent nach, hatten im Tief aber auch schon bis zu 1,4 Prozent zurückgelegen.
An den ostasiatischen Aktienmärkten geht es im Handelsverlauf am Dienstag uneinheitlich zu. Dass US-Präsident Donald Trump einen angeblich für den Berichtstag geplanten Angriff auf den Iran ausgesetzt hat, um dem Friedensprozess eine Chance zu geben, stützt nur teilweise. Die verhaltene Reaktion auf die Entwicklung zeigen die weiter hohen Ölpreise. Sie waren am Vortag im Verlauf des US-Handels zwar von ihren Tageshochs zurückgekommen, Brent-Öl kostet in Asien vor dem Hintergrund der für Öl- und andere Transporte weiter nicht passierbaren Straße von Hormus aber immer noch über 109 USD. Die Schwäche der Technologieaktien macht sich insbesondere an der Börse in Seoul bemerkbar, wo der Kospi um 2,9 Prozent absackt, im Tagesverlauf aber auch schon um über 5 Prozent zurücklag. Hier dürften auch wieder Gewinnmitnahmen eine Rolle spielen. Der stark techniklastige Index liegt seit Jahresbeginn immer noch über 70 Prozent im Plus. In Tokio legt der breite Topix um 0,5 Prozent zu. Hier stützt, dass die japanische Wirtschaft (s.u.) im 1. Quartal gestiegen ist .
In Hongkong ist die Tendenz gut behauptet, in Schanghai tritt der Composite-Index auf der Stelle. Deutlicher nach oben geht es in Sydney. Dort legt das Marktbarometer um 1 Prozent zu.
Der Dax kann den Schwung von seinem starken Wochenstart zunächst nicht mitnehmen und notiert vorbörlsich nahezu unverändert bei 24.303,50 Punkten. Tags zuvor war der Dax unter der Last hoher Ölpreise zunächst bis auf 23.797 Punkte abgetaucht, hatte mit einer starken Kehrtwende seine viel beachteten 200-Tage-Durchschnittslinien aber doch gehalten.
Am frühen Montagnachmittag machte sich plötzlich Hoffnung auf eine Annäherung zwischen den USA und dem Iran breit, die auch den Anstieg der Ölpreise zumindest bremste. Am Abend ließ US-Präsident Trump dann verlauten, dass er einen angeblich für Dienstag geplanten Angriff auf den Iran abgesagt habe. Mehrere Golfstaaten hätten ihn darum gebeten, es liefen "ernsthafte Verhandlungen" mit Teheran, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social.
China / Russland
Der russische Präsident Wladimir Putin reist zu einem zweitägigen Besuch nach China. Der Kreml verbindet mit der Visite hohe Erwartungen und will die strategische Partnerschaft beider Länder weiter ausbauen. Das Treffen mit Staatschef Xi Jinping findet weniger als eine Woche nach dem Besuch von US-Präsident Donald Trump in der Volksrepublik statt. Auf der Agenda der hochrangigen russischen Delegation dürften auch wirtschaftliche Themen wie die geplante Erdgaspipeline "Power of Siberia 2" stehen.
Deutschland
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) gibt den Startschuss für die neue Förderung von Elektroautos, die ab dann digital beantragt werden kann. Unter bestimmten Bedingungen ist eine staatliche Zuwendung von bis zu 6000 Euro drin - für den Kauf oder auch das Leasing von Neuwagen. Insgesamt stehen drei Milliarden Euro zur Verfügung, die für geschätzt 800.000 neue Fahrzeuge reichen dürften. Die Förderung soll auch rückwirkend für Neuzulassungen ab 1. Januar 2026 möglich sein.
Europa
Bundesfinanzminister und Vize-Kanzler Lars Klingbeil hat in Paris Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zu einem einstündigen Vier-Augen-Gespräch getroffen. Man sei sich einig gewesen, dass die Zusammenarbeit beider Länder wichtig sei, um Europa voranzubringen, sagte Klingbeil am Montag am Rande des G7-Finanzministertreffens zu Journalisten. Er habe Macron berichtet, wie er zusammen mit dem französischen Finanzminister Roland Lescure die in der EU seit Jahrzehnten geplante Kapitalmarktunion vorantreiben wolle. Hier brauche es jetzt Entscheidungen. "Ich habe das Gefühl, dass der französische Präsident das auch gut findet." Ein fehlender einheitlicher Kapitalmarkt gilt als großer Wettbewerbsnachteil der EU gegenüber den USA oder China.
Europa / Düngemittel
Die EU-Kommission stellt ihren neuen Aktionsplan für Düngemittel vor. Hintergrund sind die massiven Preisaufschläge infolge des Iran-Krieges und der Schließung der Straße von Hormus, durch die rund ein Drittel des weltweiten Düngemittelhandels abgewickelt wird. So stiegen die Preise für Harnstoff in Westeuropa zuletzt um 55 Prozent, auch wenn sich die europäischen Landwirte größtenteils vor Kriegsbeginn eingedeckt hatten. Der Plan soll aufzeigen, wie die Abhängigkeit von Importen verringert, Lieferketten diversifiziert und die heimische Produktion gestärkt werden können. Zudem zielt die EU auf eine beschleunigte Umstellung auf dekarbonisierte und fossilfreie Düngemittel ab.
Iran
US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben einen für Dienstag geplanten militärischen Angriff auf den Iran vorerst ausgesetzt. Das solle Verhandlungen über ein Abkommen zur Beendigung des Krieges ermöglichen, teilte Trump mit. Zugleich drohte er zum wiederholten Mal mit einem umfassenden Großangriff, sollte kein akzeptables Abkommen zustande kommen. Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, er habe das US-Militär angewiesen, einen für Dienstag geplanten Angriff vorerst nicht auszuführen, sich aber für einen sofortigen Schlag bereitzuhalten. Die Staats- und Regierungschefs von Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten hätten ihn gebeten, nicht anzugreifen. Sie rechneten mit einer Einigung, die für die USA und die Länder im Nahen Osten sehr akzeptabel sein werde.
Japan
Die japanische Wirtschaft ist im ersten Quartal stärker gewachsen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte aufs Jahr hochgerechnet um 2,1 Prozent zu, wie aus offiziellen Regierungsdaten hervorging. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit einem Plus von 1,7 Prozent gerechnet, nach einem revidierten Anstieg von 0,8 Prozent im Vorquartal. Im Vergleich zum vorangegangenen Vierteljahr wuchs die Wirtschaft um 0,5 Prozent. Getragen wurde der Aufschwung von einem robusten privaten Konsum, der mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung ausmacht und um 0,3 Prozent stieg. Zudem trug die Nettoauslandsnachfrage 0,3 Prozentpunkte zum Wachstum bei.
Ukraine
Die Europäer führen nach den Worten von Bundeskanzler Friedrich Merz derzeit Gespräche über eine Friedenslösung für die Ukraine. "Wir sind mit unseren europäischen Partnern seit langer Zeit in einem intensiven Dialog über unsere gemeinsamen Wege hin zu einer Friedenslösung", sagte Merz in Berlin nach einem Treffen mit dem neuen bulgarischen Ministerpräsidenten Rumen Radew. Diese Gespräche würden auch in diesen Tagen mit Nachdruck geführt, fügte er hinzu.
USA / FED
US-Präsident Donald Trump wird den neuen Chef der US-Notenbank Fed, Kevin Warsh, am Freitag im Weißen Haus vereidigen. Dies erfuhr Reuters am Montag aus Regierungskreisen. Der Senat hatte der Personalie in der vergangenen Woche zugestimmt. Der 56-jährige Jurist und Finanzexperte Warsh löst den bisherigen Fed-Chef Jerome Powell ab. Powell war von Trump lange scharf kritisiert worden, weil er der Forderung des US-Präsidenten nicht nachkam, die Zinsen kräftig zu senken.
Delivery Hero
Der US-Fahrdienst Uber hat sich zum größten Aktionär des Berliner Essenslieferdienstes aufgeschwungen. Der mit "Uber Eats" auch als Lieferdienst aktive US-Konzern hält nach eigenen Angaben inzwischen 19,5 Prozent der Anteile an Delivery Hero. Darüber hinaus habe Uber über Optionen Zugriff auf weitere 5,6 Prozent der Anteile und könne damit auf eine Sperrminorität kommen, teilte Delivery Hero ergänzend mit. Eine weitere Aufstockung auf 30 Prozent - was ein Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre nach sich ziehen würde - sei "derzeit" aber nicht beabsichtigt, erklärte Uber.
Deutsche Telekom
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will ihre Warnstreiks bei der Telekom ausweiten. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag werde es bundesweit Warnstreiks, Kundgebungen und Aktionen an verschiedenen Orten geben, teilte Verdi mit. Damit wolle die Gewerkschaft ihren Forderungen in der laufenden Tarifrunde Nachdruck verleihen. In den vergangenen Wochen hätten sich bereits mehr als 32.000 Beschäftigte an Arbeitsniederlegungen beteiligt. Verdi fordert eine Entgeltsteigerung von 6,6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie einen Mitgliederbonus von 660 Euro im Jahr.
Google
Die Alphabet-Tochter und der Finanzinvestor BlackstoneBX.N planen einem Medienbericht zufolge die Gründung eines gemeinsamen Cloud-Unternehmens für Künstliche Intelligenz (KI). Blackstone werde sich mit fünf Milliarden Dollar an dem noch namenlosen US-Projekt beteiligen und die Mehrheit halten, berichtete das "Wall Street Journal". Google solle die Hardware, darunter die als Tensor Processing Units (TPU) bekannten Spezialchips, sowie Software und Dienstleistungen beisteuern.
Meta
Der Facebook-Mutterkonzern plant einem internen Schreiben zufolge den Abbau von zehn Prozent seiner weltweiten Belegschaft und einen weitreichenden Umbau mit Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI). Die Kündigungen sollen am Mittwoch ausgesprochen werden, wie aus einem Dokument hervorgeht, in das die Nachrichtenagentur Reuters Einblick erhielt. Meta-Personalchefin Janelle Gale kündigte darin zudem organisatorische Veränderungen an. So sollen 7000 Beschäftigte in neue KI-Projekte wechseln und Führungspositionen gestrichen werden, um flachere Hierarchien sowie kleinere, agilere Teams zu schaffen. Insgesamt seien von den Entlassungen und Versetzungen etwa 20 Prozent der Belegschaft betroffen, hieß es in dem Dokument. Zusätzlich zu den Kündigungen habe der US-Konzern 6000 offene Stellen gestrichen. Ende März beschäftigte das Social-Media-Unternehmen den Unterlagen zufolge knapp 78.000 Menschen.
OpenAI
Der Tech-Milliardär Elon Musk hat den Rechtsstreit über die Ausrichtung des KI-Entwicklers OpenAI verloren. Eine US-Jury im kalifornischen Oakland wies am Montag seine Klage gegen das US-Unternehmen ab. Die Geschworenen entschieden nach weniger als zwei Stunden Beratung einstimmig, dass Musk die Klage zu spät eingereicht habe. Damit entfällt die Grundlage für den Vorwurf, OpenAI sei von seinem ursprünglichen Ziel abgewichen, Künstliche Intelligenz (KI) zum Wohle der Menschheit zu entwickeln.
Rheinmetall
Die Bundeswehr will bei dem Rüstungskonzern 2030 Lastwagen für etwas über eine Milliarde Euro bestellen. Die Lieferung soll bis November 2026 abgeschlossen sein, wie aus einer Vorlage des Finanzministeriums für den Haushaltsausschuss des Bundestages hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Konkret sollen die Transportfahrzeuge bei der Rheinmetall-Tochter Rheinmetall MAN Military Vehicles geordert werden.
Uniper
Die Bundesregierung bringt einem Zeitungsbericht zufolge an diesem Dienstag den weitgehenden Wiederverkauf des verstaatlichten Düsseldorfer Energiekonzerns Uniper auf den Weg. Das Privatisierungskonzept des Finanzministeriums sehe vor, dass der Bund seine Beteiligung vom Ende dieses Jahres an von heute 99,1 Prozent auf 25 Prozent plus eine Aktie reduziere, berichtete die "SZ". Dabei sei die Regierung außer für den Verkauf eines oder mehrerer Aktienpakete an langfristig orientierte Investoren auch für einen Börsengang sowie für eine Kombination aus beiden Optionen offen.
08:00 GB/ Arbeitslosengeldbezeiher April m/m in Tsd.
08:00 GB/ Arbeitslosenquote Mäarz (3-Monatsdurchschnitt)
08:00 GB/ Durchschnittsverdienst-Index in den drei Monaten per März y/y
11:00 EU/ Handelsbilanzsaldo März (saisonbereinigt) in Mrd. €
14:15 US/ Wöchentliche ADP-Beschäftigtenzahl Privatwirtschaft ex Agrar w/w
14:30 CA/ Baugenehmigungen März m/m
14:30 CA/ NHPI-Hauspreisindex März m/m
14:30 CA/ Verbraucherpreise April m/m
14:55 US/ Redbook Einzelhandelsumsätze Vorwoche y/y
16:00 US/ Schwebende Hausverkäufe April m/m
22:30 US/ API Öl-Lagerbestände in Mio. Barrel
| Quartalszahlen / Termine Europa | Diploma PLC, Hönle, Rockwool, Nexus AG, Heidelberger Druckmaschinen AG, Éuronav NV, Euronext N.V. Aandelen an toonder, Hornbach Holding, DCC PLC Reg., NIBE Industrier AB, Aedifica SA |
| Quartalszahlen / Termine USA: | Keysight Technologies, The Home Depot, Eagle materials, Toll Brothers Inc. Registered Shares |
| Dividendenabschläge u.a.: | Chevron (1,78 USD), Volkswagen (5,20 €), Volkswagen Vzg. (5,26 €) |
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