Martin Henning
Leiter Cross-Asset Execution
| DAX | 23.815,75 |
| E-STOXX 50 | 5.782,89 |
| DAX | 23.815,75 | (-1,61%) |
| MDAX | 29.688,96 | (-2,20%) |
| TechDAX | 3.663,37 | (-1,47%) |
| Euro Stoxx 50 | 5.782,89 | (-1,50%) |
| Dow Jones | 47.954,74 | (-1,61%) |
Nasdaq | 25.020,41 | (-0,29%) |
Nikkei | 55.620,84 | (+0,62%) |
EUR/USD | 1,16 | (-0,00%) |
| Gold in $ | 5.111,51 | (+0,57%) |
| Oil (Brent) in $ | 87,92 | (+8,50%) |
| Bitcoin (USD) | 70.806,81 | (-0,47%) |
| Zalando SE | 20,38 | (+3,64%) |
| Symrise AG | 72,68 | (+2,45%) |
| adidas AG | 145,10 | (+2,33%) |
| Meck KGaA | 113,2 | (-8,00%) |
| Rheinmetall AG | 1547,00 | (-5,93%) |
| Deutsche Post AG | 45,89 | (-5,58%) |
DAX rutscht unter 24.000 Punkte - Ölpreis beendet Erholung in den USA - Märkte in Asien tendieren uneinheitlich
Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag sämtliche Erholungsgewinne vom Vortag wieder abgegeben. Der DAX rutschte um 1,8 Prozent auf 23.816 Punkte ab. Der MDax ging 2,20 Prozent tiefer mit 29.688,96 Punkten aus dem Handel.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 1,5 Prozent nach. In London und Zürich standen ähnliche Verluste zu Buche.
Die Lage bleibt fragil, die Schwankungsanfälligkeit hoch - je nach Nachrichtenlage aus dem Kriegsgebiet Naher Osten. Mit vermeintlich konzilianten Tönen aus dem Iran im Atomstreit war es am Vormittag kurz dynamischer nach oben gegangen. Als sich die Berichte dann allerdings nicht verfestigten, bröckelten die Kurse wieder ab und gerieten mit stark steigenden Ölpreisen stärker unter Druck. Dazu kamen als Reaktion auf die inflationstreibenden höheren Ölpreise deutlich gestiegene Marktzinsen als Belastungsfaktor.
Nach einer kleinen Erholung zur Wochenmitte haben die US-Börsen am Donnerstag wieder nachgegeben. Für Verunsicherung sorgen die im Zuge des Iran-Kriegs erneut gestiegenen Ölpreise. Außerdem fielen die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten überraschend robust aus. Beides weckt Inflationssorgen und lässt die Renditen am Anleihemarkt steigen. Der Dow Jones fiel um 1,61 Prozent auf 47.954,74 Punkte und sank damit nun auch unter die gleitende 90-Tage-Durchschnittslinie, die ein viel beachteter mittelfristiger Trendindikator ist. Ende Februar war der bekannteste Wall-Street-Index bereits unter die kurzfristige 21-Tagelinie gefallen. Der marktbreite S&P 500 gab am Donnerstag um 0,56 Prozent nach auf 6.830,71 Punkte. Für den Nasdaq 100 ging es um noch moderatere 0,29 Prozent auf 25.020,41 Punkte nach unten.
Der weiter anhaltende Iran-Krieg sorgt auch zum Wochenausklang mehrheitlich für Abgaben an den Börsen in Ostasien. Diese fallen aber deutlich verhaltener aus als in den vergangenen Tagen. Dazu tragen auch die leicht fallenden Ölpreise bei, nach den starken Anstiegen seit Beginn des Nahost-Konflikts. Auslöser für den Rücksetzer sind Aussagen von US-Finanzminister Scott Bessent. So will das Finanzministerium eine vorübergehende Ausnahmegenehmigung erteilen, damit indische Raffinerien russisches Öl kaufen können. Bessent fügte hinzu, dass diese Maßnahme Russland keinen erheblichen finanziellen Vorteil verschaffe, da sie nur für auf See festsitzendes Öl gelte. Für die Notierungen von Brent und WTI geht es um bis zu 1,4 Prozent nach unten.
Für den Kospi in Seoul geht es um 0,5 Prozent nach unten. Der S&P/ASX 200 in Sydney hat den Handel mit einem Minus von 1,0 Prozent beendet. Der Nikkei-225 in Tokio erholt sich von anfänglichen Verlusten und dreht leicht ins Plus - der Index gewinnt 0,5 Prozent. Leicht aufwärts (+0,2%) geht es auch für den Shanghai-Composite, der Hang-Seng-Index verzeichnet einen Aufschlag von 1,6 Prozent.
Am Freitag dürfte der Dax mit einem Erholungsversuch an den 24.000 Punkten dran bleiben und notiert vorbörslich mit einem Plus von 0,54% bei 23.948,50 Punkten. Am schwachen Wochenergebnis von damit immer noch gut fünf Prozent würde dies aber wenig ändern. Noch vor einer Woche hatte der Dax sich noch seinem Rekord von 25.507 Zählern aus dem Januar bis auf 100 Punkte genähert, dann aber machte der Angriff der USA und Israels auf den Iran den Anlegern einen Strich durch die Rechnung. Die Asien-Börsen erholten sich am letzten Handelstag einer turbulenten Woche von ihren anfänglichen Verlusten, obwohl im Iran-Krieg keine Entspannung in Sicht ist. Etwas Entlastung brachten sinkende Rohölpreise, da die USA verschiedene Optionen prüfen zur Bewältigung des Energiekosten-Anstiegs, den der brach liegende Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ausgelöst hatte.
Deutschland / Industrie
Die deutsche Industrie spürt langsam wieder mehr Oberwasser. Ihre Aufträge waren im Dezember um fast acht Prozent gestiegen und damit so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr. Das Statistische Bundesamt legt nun die Zahlen für Januar vor. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen erwarten - vor allem als Reaktion auf den starken Vormonat - nun ein Minus von 4,3 Prozent. Die exportorientierten Betriebe sorgen sich auch um Auswirkungen des Nahost-Kriegs - vor allem in puncto steigender Ölpreis und verteuerte Energie.
Deutschland / Wirtschaft
Führende deutsche Wirtschaftsverbände sehen die deutsche Wirtschaft einem Medienbericht zufolge an einem "Kipppunkt" und fordern von der Bundesregierung rasche und mutige Reformen. "Der Wirtschaftsstandort Deutschland steht unter Druck wie selten zuvor in der Nachkriegsgeschichte", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Verbände BDA, BDI, DIHK und ZDH vor einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz an diesem Freitag, die dem Pro-Newsletter Industrie und Handel von "Politico" laut Vorabbericht vorliegt. Nach drei Jahren ohne Wachstum würden die Widerstandskräfte der Wirtschaft nun schwinden. Die bisherigen Initiativen der Bundesregierung reichten bei Weitem nicht aus.
Europa
Die Europäische Zentralbank (EZB) bleibt auch nach Ausbruch des Nahostkonflikts zinspolitisch flexibel. Sie werde ihre Geldpolitik von Sitzung zu Sitzung neu festlegen, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Die EZB werde ihre Entscheidungen "auf Grundlage aller verfügbaren, analysierbaren und sorgfältig zu prüfenden Daten" treffen, erklärte die Französin in einer Fragerunde an der Johns Hopkins University in Bologna. Es gebe kein festgelegtes Tempo für die geldpolitische Ausrichtung. "Ich denke, dass diese beiden Aspekte die EZB und das Eurosystem in eine gute Position versetzen, die aktuellen Schocks sehr genau zu beobachten und ihre Folgen für die Zukunft zu verstehen", fügte sie hinzu.
Frankreich
Emmanuel Macron kündigt an, die libanesischen Streitkräfte mit gepanzerten Fahrzeugen und logistischer Unterstützung zu stärken. Es müsse alles getan werden, um zu verhindern, dass das Land erneut in einen Krieg hineingezogen werde, sagt er auf sozialen Medien. Er fordert zudem Israel auf, den Krieg nicht auf den Libanon auszuweiten. An die iranische Führung appelliert er, das Land nicht weiter in einen Krieg hineinzuziehen, der nicht der seine sei. Die Hisbollah müsse ihr Feuer auf Israel sofort einstellen. Israel müsse im Gegenzug von einer Bodenintervention oder einer großangelegten Operation auf libanesischem Gebiet absehen.
Syrien
Syrien hat einen Luftkorridor von der nördlichen Stadt Aleppo zum Mittelmeer für ausländische Fluggesellschaften geöffnet und will damit den lahmgelegten Flugverkehr in der Region entlasten. Der Korridor solle eine sichere Flugroute für ankommende und abfliegende Maschinen bieten, sagte der Leiter der Zivilluftfahrtbehörde, Omar Hosari. Zudem seien die Flugrouten im Norden des syrischen Luftraums in Richtung Türkei wieder freigegeben worden. Ein erster Flug der Syrian Air von Aleppo nach Istanbul sei bereits sicher gelandet und markiere die schrittweise Wiederaufnahme des Betriebs am internationalen Flughafen von Aleppo.
Ukraine / Ungarn
Im Streit über einen von Ungarn blockierten EU-Kredit droht der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. "Wir hoffen, dass eine Person in der Europäischen Union die 90 Mrd. € nicht blockieren wird und die ukrainischen Kämpfer Waffen bekommen, andernfalls geben wir die Adresse dieser Person unseren Jungs weiter, auf dass sie ihn anrufen und mit ihm in ihrer Sprache reden", sagte Selenskyj nach einer erweiterten Regierungssitzung in Kiew. Der Staatschef betonte, dass sein Land zum EU-Kredit keine Alternative habe. In Ungarn wurde umgehend auf die Äußerung reagiert. "Diese Drohungen und Erpressungen von Selenskyj gehen weit über jedes akzeptable Limit hinaus", schrieb Orbans Pressesprecher Zoltan Kovacs auf der Plattform X. Persönliche Emotionen hätten nichts in Angelegenheiten wie dieser zu suchen. Ungarn werde sich nicht einschüchtern und erpressen lassen
Etihad Airways
Die Fluggesellschaft nimmt vom 6. bis 19. März den kommerziellen Flugbetrieb teilweise wieder auf. Zu den wichtigsten Zielen von und nach Abu Dhabi gehören demnach unter anderem Kairo, Delhi, London, Frankfurt, New York, Paris, Moskau, Toronto und Zürich, wie das Unternehmen mitteilt.
Foxconn
Der weltgrößte Elektronikhersteller hat vor den Folgen eines länger andauernden Konflikts mit dem Iran für die Weltwirtschaft gewarnt. Sollte der Konflikt andauern, könnten die Ölpreise auf 100 USD pro Barrel steigen und auch die Preise für Rohstoffe in die Höhe treiben, sagte Unternehmenschef Young Liu am Freitag in Neu-Taipeh. Dann würde jeder die Auswirkungen spüren. Die Folgen für sein eigenes Unternehmen seien derzeit jedoch begrenzt. Er erwarte für 2026 ein sehr gutes Jahr für den Konzern, der unter anderem ein wichtiger Hersteller von KI-Servern für Nvidia ist.
Gap
Sorgen über Zölle und eine Kaufzurückhaltung der US-Verbraucher trüben die Aussichten für den Modehändler. Die Aktie gab nachbörslich um mehr als acht Prozent nach, nachdem das Unternehmen einen Gewinnausblick unter Markterwartungen veröffentlicht hatte.
Lufthansa
Der Konzern ist nach einem Krisenjahr bei der Ergebnis-Verbesserung 2025 dank eines stabileren Flugbetriebs vorangekommen. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg um 19 Prozent auf 1,96 Mrd. €. Der Umsatz klettert um fünf Prozent auf 39,6 Mrd. €. Unter dem Strich lag der Gewinn allerdings mit 1,34 Mrd. € drei Prozent unter Vorjahr, was der MDax-Konzern mit Steuereffekten erklärte. Die Dividende für das abgelaufene Jahr soll mit 33 Cent je Anteilsschein etwas höher ausfallen als im Vorjahr.
Marvell Technology
Der Konzern hat mit seiner Umsatzprognose für das laufende Quartal die Erwartungen der Wall Street übertroffen und damit seine Aktien nachbörslich beflügelt. Der Chipentwickler profitiert von der hohen Nachfrage nach maßgeschneiderten Halbleitern für Rechenzentren, die für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) benötigt werden. Für das 1. Quartal stellte das Unternehmen am Donnerstag Erlöse von rund 2,40 Mrd. USD in Aussicht, während Analysten laut LSEG-Daten im Schnitt mit 2,27 Mrd. gerechnet hatten. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie lag der Ausblick mit 79 Cent über der Schätzung von 74 Cent. Im abgelaufenen 4. Quartal lag der Umsatz bei 2,22 Mrd. USD und entsprach damit in etwa den Prognosen. Die Marvell-Aktie legte im nachbörslichen US-Handel zeitweise um acht Prozent zu.
Oracle
Der US-Softwarekonzern und SAP-Konkurrent plant einem Medienbericht zufolge wegen der hohen Kosten für den Ausbau seiner KI-Rechenzentren die Streichung Tausender Stellen. Der Abbau solle Unternehmensbereiche übergreifend erfolgen und könne bereits in diesem Monat beginnen, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf Insider. Die Kürzungen seien weitreichender als üblich. Einige beträfen demnach Stellen, deren Bedeutung nach Einschätzung des Unternehmens wegen des Einsatzes von KI abnehmen werde. Zudem habe Oracle intern angekündigt, viele offene Stellen in seiner Cloud-Sparte zu überprüfen und damit den Einstellungsprozess zu verlangsamen.
Roche
Der Schweizer Pharmakonzern hat mit seinem experimentellen Abnehmmedikament Petrelintide in einer Studie der mittleren Phase Erfolge erzielt. Patienten hätten innerhalb von 42 Wochen bis zu 10,7 Prozent ihres Körpergewichts verloren, teilte das Unternehmen mit. In der Vergleichsgruppe, die ein Placebo erhielt, sei das Gewicht um 1,7 Prozent zurückgegangen. Roche entwickelt den Wirkstoff gemeinsam mit der dänischen Zealand Pharma.
Shell
Der Ölkonzern hat mehrere Abkommen mit der venezolanischen Regierung über Öl- und Gasprojekte unterzeichnet. Die Vereinbarungen umfassen sowohl Offshore-Gas- als auch Onshore-Öl- und Gasförderung, wie das Unternehmen mitteilte. Zudem seien technische und kommerzielle Vereinbarungen mit dem venezolanischen Ingenieurunternehmen VEPICA sowie mit KBR und dem US-Öldienstleister Baker Hughes geschlossen worden.
Uniper
Der Energiekonzern hat Insidern zufolge seine Gespräche mit Kanada über einen Ausbau der Flüssiggas-Importe (LNG) in den vergangenen Wochen intensiviert. Die Verhandlungen seien Teil der Pläne der Bundesregierung für eine breitere Wirtschaftspartnerschaft, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Damit solle die Abhängigkeit von Lieferungen aus den USA verringert werden. Nachdruck bekommen die Unterredungen zudem durch den Iran-Krieg. Katar hatte wegen der Angriffe aus dem Iran seine LNG-Produktion am Montag gestoppt
08:00 DE/ Auftragseingang Industrie Januar m/m
08:00 GB/ Halifax Hauspreisindex Februar m/m
09:00 CH/ Devisenreserven Februar in Mrd. CHF
11:00 EU/ BIP (endgültig) q/q
11:00 EU/ Erwerbstätigenzahl Q4 q/q
14:30 US/ Neugeschaffene Stellen ex Agrar Februar in Tsd.
14:30 US/ Arbeitslosenquote Februar
14:30 US/ Einzelhandelsumsatz Februar m/m
14:30 US/ Durchschnittliche Stundenlöhne Februar m/m
16:00 CA/ Ivey Einkaufsmanagerindex Februar
16:00 US/ Lagerbestände Januar m/m
21:00 US/ Verbraucherkredite Januar m/m in Mrd. USD
21:30 US/ Commitments of Traders Report
| Quartalszahlen / Termine Europa | SFS Group, u-blox Holding, Spie, Mobilezone Holding, Comet Holding, Tokamanni Group, Deutsche Lufthansa, Solvac |
| Quartalszahlen / Termine USA: | Genesco |
| Dividendenabschläge u.a.: | Bank of America (0,28 USD) Kraft Heinz (0,40 USD), PepsiCo (1,42 USD), |
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MiFID II/MiFIR
Seit dem 3. Januar 2018 muss zur Meldung von Geschäften ein Legal Entity Identifier (LEI) übermittelt werden. Hier zur Information der „LEI“ von Hauck & Aufhäuser: 529900OOZP78CYPYF471
Weitere Informationen finden Sie unter: www.gleif.org
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