Aktienmarktbericht
  • Aktienmarktbericht
  • News

Aktienmarktbericht

Börsenindizes, Berichte zu den Weltbörsen, Meldungen über aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklungen sowie Unternehmensnachrichten.

10. August 2022

Lesezeit: 7 Minuten

Mittwoch, 10. August 2022, 09:00 Uhr

Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen
Ihr Aktienhandel von Hauck Aufhäuser Lampe.

Eröffnungen

DAX 13.482,63
E-STOXX 50 3.705,48

Financial Markets

DAX 13.534,97 (-1,12%)
MDAX 27.270,82 (-2,09%)
TechDAX 3.106,18 (-1,77%)
Dow Jones 32.774,41 (-0,18%)
Nasdaq  13.008,16 (-1,15%)
Nikkei

27.810,10

(-0,68%)
EUR/USD 1,0216  
Gold in $ 1.789,65  
Oil (Brent) in $ 98,55  

DAX Tops

Hannover Rück 147,40 (+1,76%)
Munich Re 232,40

(+1,75%)

E.ON 9,164 (+1,44%)

 

 

DAX Flops

HelloFresh 27,17 (-7,19%)
Continental 64,90 (-6,54%)
Zalando 29,49 (-5,90%)

Deutschland - DAX fällt vor US-Inflationsdaten, Munich Re gesucht

Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag mit Verlusten geschlossen. Der DAX verlor 1,1 Prozent auf 13.535 Punkte. Ein paar Impulse für die Einzelwerte lieferte noch die laufende Berichtssaison. Ansonsten war der Datenkalender recht leergefegt, der wichtigste Termin der Woche ist die Veröffentlichung der Inflationsdaten aus den USA am Mittwoch. Nachdem die US-Teuerungsrate im Juni auf 9,1 Prozent nach oben geschnellt war, rechnen die Marktstrategen der DZ Bank damit, dass der Teuerungsschub im Juli geringfügig auf eine Jahresrate von 8,8 Prozent nachgelassen hat. Im Vorfeld hielten sich die Anleger zurück.
Die Munich Re hat mit ihrem Gewinn im zweiten Quartal trotz Belastungen beim Kapitalanlageergebnis durch die Inflation und die sich abkühlende Wirtschaft sowie den Ukraine-Krieg die Analystenprognosen übertroffen, für die Aktie ging es um 1,8 Prozent nach oben. Die Gewinnprognose für das Jahr bestätigte der DAX-Konzern, traut sich aber nur eine geringere Kapitalanlagerendite zu als bisher. Der Nachsteuergewinn des Rückversicherers fiel im Quartal wegen des schwachen Anlageergebnisses auf 768 Millionen Euro von 1,106 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten in einem vom Unternehmen selbst veröffentlichten Konsens nur 719 Millionen Euro prognostiziert.
Nach endgültigen Zahlen gaben Continental 6,5 Prozent nach. Hier belastete trotz der Zuversicht für den Rest des Jahres der Blick auf die Kosten die Stimmung. Conti habe wegen der allgemeinen Inflation von "massiv gestiegenen Kosten" gesprochen, die besonders den Bereich Automotive betroffen hätten. Infineon verloren 5,2 Prozent - eine Umsatzwarnung des Chipherstellers Micron lastete auf der Stimmung im Sektor. Nach sehr guten Zahlen ging es für Fraport um 2 Prozent nach oben. Das Flughafengeschäft belebe sich deutlich, was die höhere Jahresgewinnprognose bei Fraport zeige, hieß es im Handel. Mit Vorsicht ging der Markt in die Zahlenvorlage und vor allem den Ausblick von Deliveroo. Die Briten legen ihre Daten am Mittwoch vor und hatten Ende Juli ihre Prognose für das Wachstum des Bruttowarenvolumens deutlich gekürzt. Kommenden Dienstag folgt ein Zwischenbericht von Delivery Hero. Nach der jüngsten Erholungsrally sei das Enttäuschungspotenzial im Liefersektor hoch, hieß es im Handel. Delivery Hero fielen 6,1 Prozent, Hellofresh 7,2 Prozent und Zalando 5,9 Prozent. Der Laborausrüster Sartorius (-2,1 %) stärkt sein Portfolio an Lösungen für neuartige Therapien mit der Übernahme der britischen Albumedix für etwa 415 Millionen Pfund. Das 1984 gegründete Unternehmen mit Sitz in Nottingham ist ein Anbieter von branchenführenden Lösungen, die auf rekombinantem Albumin basieren. Rekombinantes Humanalbumin ist ein wichtiger Baustein für die biopharmazeutische Industrie und wird für eine Reihe von Anwendungen benötigt, zum Beispiel als tierzellfreier Zusatz für Zellkulturmedien und für die Stabilisierung von Impfstoffen und Virustherapien. 

USA - Abgaben, Micron-Prognosesenkung belastet Tech-Sektor

Mit Abgaben hat die Wall Street am Dienstag den Handel beendet. Es habe insgesamt Zurückhaltung im Vorfeld der US-Verbraucherpreise für Juli geherrscht, die am Mittwoch bekannt gegeben werden, hieß es. Hier erhoffen sich Anleger Hinweise über das weitere Zinstempo der US-Notenbank. Die klar über Erwartung gestiegenen Lohnstückkosten ließen den Markt derweil kalt. Und das obwohl die Daten ein mögliches Indiz dafür sind, dass die Verbraucherpreise auch höher ausfallen könnten.
Der Technologie-Sektor gab mit der Prognose-Senkung von Chip-Hersteller Micron (-3,7 %) deutlicher nach. Das Unternehmen hat seine Umsatzprognose für das vierte Geschäftsquartal wegen einer schwachen Nachfrage nach Computer-Chips gesenkt. Zudem werden für das laufende und auch das folgende Quartal herausfordernde Marktbedingungen erwartet. Erst am Vortag hatte Chip-Hersteller Nvidia den Markt mit schwachen vorläufigen Ergebnissen für das zweite Quartal verschreckt. Der Halbleiter-Sektor im S&P-500 war mit einem Minus von 3,9 Prozent erneut Schlusslicht. Die Nvidia-Aktie verlor nach den Abgaben am Vortag weitere 4,0 Prozent.
Der Dow-Jones-Index reduzierte sich um 0,2 Prozent auf 32.774 Punkte. Der S&P-500 verzeichnete ein Minus von 0,4 Prozent und der Nasdaq-Composite verlor 1,2 Prozent.
Der US-Impfstoffhersteller Novavax hat im zweiten Quartal überraschend den Verlust ausgeweitet, deutlich weniger umgesetzt als erwartet und die Umsatzprognose für das Gesamtjahr halbiert. Der Kurs brach um 29,6 Prozent ein. Im Gefolge fielen Moderna und Biontech um 6,5 bzw. 7,1 Prozent. Turtle Beach stürzten um 31,8 Prozent ab. Der Verwaltungsrat hat sich gegen einen Verkauf des Unternehmens entschieden. Dazu gesellten sich Geschäftszahlen unter Markterwartung. Auch der Ausblick des Herstellers von Kopfhörern und anderen elektronischen Geräten fiel schwach aus. Der Medienkonzern News Corp hat in seinem vierten Geschäftsquartal von einer andauernden Stärke im Anzeigengeschäft und dem schnellen Wachstum der Wall-Street-Journal-Muttergesellschaft Dow Jones & Co profitiert. Der Kurs kletterte um 5,2 Prozent. Zu dem Medienunternehmen gehören neben dem Wall Street Journal auch Nachrichtenorganisationen in Großbritannien und Australien und diese Nachrichtenagentur. 

Asien - Zins- und Rezessionssorgen belasten Aktien

Vor den mit Spannung erwarteten US-Inflationsdaten sind Aktien an den asiatischen Börsen nicht gefragt. Die meisten Handelsplätze weisen am Mittwoch im späten Geschäft Abschläge auf. Sollten die nach Börsenschluss in Asien anstehenden Verbraucherpreisdaten der US-Notenbank Handlungsspielraum für eine forschere Gangart bei künftigen Zinserhöhungen einräumen, ginge dies auch zulasten asiatischer Aktienmärkte, heißt es im Handel. Die klar über Erwartung gestiegenen Lohnstückkosten in den USA lieferten bereits ein mögliches Indiz, dass die Verbraucherpreise auch höher als erwartet ausfallen könnten.
Auch in Australien gewinnt die Diskussion über Zinserhöhungen wieder an Fahrt. Leitzinsen oberhalb von 3 Prozent, wie es sie zuletzt 2013 gegeben hatte, sind nach den Worten von Matt Comyn, CEO bei CBA, keineswegs außerhalb des Denkbaren. Zu trüben Stimmung am Aktienmarkt gesellen sich zudem immer deutlichere Signale für eine konjunkturelle Eintrübung in China. Denn die Ratingagentur Fitch hat die BIP-Prognose für die wichtige Sonderwirtschaftszone Hongkong gesenkt und rechnet nun für 2022 mit einem lokalen BIP-Rückgang um 0,5 Prozent, nachdem man zuvor noch an ein Wachstum von 1,0 Prozent geglaubt hatte. Wenig verwunderlich stellt Hongkong die schwächste Börse, der HSI stürzt um über 2 Prozent ab.Der Rechnergigant Lenovo hat das Ergebnis nur aufgrund einer Rekordmarge um 11 Prozent gesteigert. Der Umsatz stagnierte aber im Großen und Ganzen, der Kurs verliert 1 Prozent. In China sind sowohl die Erzeugerpreise als auch die Verbraucherpreise für Juli nicht ganz so deutlich gestiegen wie befürchtet. Händler sehen auch in diesen Daten Hinweise einer wirtschaftlichen Abkühlung. Auch im chinesischen Kernland geben die Aktienkurse derweil nach, wenngleich nicht mit der Dynamik wie in Hongkong. Der Schanghai-Composite zeigt sich etwas leichter - auch belastet von erneut gestiegenen Covid-19-Fällen.
In Tokio büßt der Nikkei-225 mit 0,7 Prozent auch etwas deutlicher ein. Elektronikwerte belasten den Markt wegen des unsicheren Ausblicks. Terumo geben 3,1 Prozent nach, nachdem das Ergebnis in der ersten Periode um 20 Prozent auf Jahressicht eingebrochen ist. Auch Trend Micro (-3 %) verbuchte einen deutlichen Ergebnisrückgang. Dagegen steigen Idemitsu Kosan um 2,6 Prozent, gestützt von einem optimistischen Ausblick.
In ähnlicher Größenordnung wie in Tokio geht es auch in Seoul talwärts, der Kospi wird von der Schwäche der Sektoren Elektronik, Internet und Biotechnologie gedrückt. Der schwache Ausblick des US-Konzerns Micron Technology belastet den Halbleitersektor, Samsung Electronics büßen 2,2 Prozent ein - der Halbleiterwert SK Hynix verliert 3,1 Prozent. In Singapur steigt der FTSE Straits Times Index nach der Feiertagspause des Vortages. 

Ausblick für heute

DAX
Nach seinem starken Wochenstart dürfte der Dax am Dienstag zunächst wieder etwas nachgeben. Der Broker IG taxierte den Leitindex zweieinhalb Stunden vor dem Xetra-Beginn 0,2 Prozent tiefer auf 13 656 Punkte. Wie bereits am vergangenen Donnerstag wurde der Dax tags zuvor an seiner 100-Tage-Durchschnittslinie ausgebremst. Sie gilt als ein Barometer für den mittelfristigen Trend.

Deutschland/Entlastungen
Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will am Vormittag Eckpunkte eines Inflationsausgleichsgesetzes vorstellen. Am Montag sickerte über den "Spiegel" bereits durch, dass sich das Entlastungsvolumen dabei 2023 auf gut zehn Milliarden Euro summieren soll, 2024 noch einmal auf rund vier Milliarden. Der FDP-Vorsitzende will demnach das Kindergeld erhöhen und die sogenannte Kalte Progression bekämpfen. Diese entsteht, wenn das Steuersystem nicht an die Inflation angepasst wird, die momentan so hoch ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Russland/IAEA
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen soll sich auch auf Dringen Russlands mit der Lage im ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja befassen. Die Regierung in Moskau habe darum gebeten, dass der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, den UN-Sicherheitsrat am Donnerstag über "Angriffe der ukrainischen Streitkräfte auf das Kernkraftwerk Saporischschja und deren mögliche katastrophale Folgen" unterrichtet, heißt es aus Diplomatenkreisen. IAEA-Techniker sollen den Zustand des größten Atomkraftwerks Europas überprüfen. Die Ukraine hatte am Montag die Inspektion der von russischen Soldaten besetzten Anlage gefordert. Beide Seiten werfen sich gegenseitig den Beschuss des AKW-Geländes vor.

USA/Preise
Mit Spannung warten die Finanzmärkte auf die neuesten Inflationsdaten aus den USA. Der starke Preisauftrieb hat die US-Notenbank zuletzt zu großen Zinsschritten veranlasst. Mit 9,1 Prozent wurde im Juni die höchste Jahresteuerung seit November 1981 erreicht. Für Juli erwarten von Reuters befragte Experten, dass die Inflation auf 8,7 Prozent zurückgeht. Ob die Fed im September einen weiteren Zinssprung von 0,75 Prozentpunkten wagt oder einen kleineren Schritt bevorzugt, dürfte maßgeblich von der Entwicklung der Verbraucherpreise abhängen.

Unternehmen

ENBW
Der Stromanbieter sucht dem "Handelsblatt" zufolge einen Investor für den Ausbau seines Ladesäulengeschäfts. In Kürze sollten Berater für den Investorenprozess mandatiert werden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise. Der genaue Zuschnitt sei noch unklar, Entscheidungen noch nicht gefallen.

Nuri
Die Berliner Krypto-Plattform hat nach erfolglosen Gesprächen mit Investoren Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen, das 2015 in Berlin gegründet wurde, stellte beim Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Die Abkühlung der Kapitalmärkte, die Insolvenz der US-Kryptobank Celsius Network und die Talfahrt an den Krypto-Märkten hätten die Nuri GmbH nachhaltig belastet, teilte das Unternehmen mit. "Wir sind zuversichtlich, dass das Insolvenzverfahren in der aktuellen Unternehmenssituation die beste Grundlage darstellt, um ein langfristig tragfähiges Sanierungskonzept zu entwickeln", erklärte Nuri-Chefin Kristina Walcker-Mayer. 

Roblox
Die Videospiele-Plattform muss nach dem Pandemie-Boom der letzten Jahre deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen. Das in Kalifornien ansässige Unternehmen verzeichnete im zweiten Quartal einen Nettoumsatz von 639,9 Millionen Dollar, verglichen mit 665,5 Millionen Dollar im Vorjahr, teilte der für "Jailbreak" und "MeepCity" bekannte Spiele-Anbieter am Dienstag mit. Analysten hatten nach Angaben von Refinitiv mit 644,4 Millionen Dollar gerechnet. Einsparungen der Verbraucher wegen der hohen Inflation und weltweite Lockerungen nach der Pandemie ließen das Interesse an Videospielen schwinden und drückten den Umsatz. 

Tesla
Konzernchef Elon Musk hat Aktien an seinem Elektroautobauer im Wert von 6,9 Milliarden Dollar verkauft. Zwischen dem 5. und dem 9. August stieß er etwa 7,92 Millionen Aktien ab, wie aus mehreren Unterlagen hervorgeht. Nach Berechnungen von Reuters besitzt er nun knapp 15 Prozent des Autoherstellers. Die Mittel könnten zur Finanzierung eines möglichen Twitter-Deals verwendet werden, falls er den Rechtsstreit mit der Social-Media-Plattform verliere, erklärte er in einem Tweet: "Für den (hoffentlich unwahrscheinlichen) Fall, dass Twitter den Abschluss dieses Deals erzwingt und einige Kapitalpartner nicht zum Zuge kommen, ist es wichtig, einen Notverkauf von Tesla-Aktien zu vermeiden." 

Termine heute:

08:00 DE/ Verbraucherpreise Juli (endgültig) y/y
10:00 IT/ Verbraucherpreise Juli (endgültig) y/y
13:00 US/ MBA-Hypothekenanträge Vorwoche w/w
14:30 US/ Verbraucherpreise Juli m/m
14:30 US/ Realeinkommen Juli m/m
14:30 US/ Verbraucherpreise Juli y/y
14:30 US/ Verbraucherpreise (Kernrate) Juli m/m
14:30 US/ Verbraucherpreise (Kernrate) Juli y/y
16:00 US/ Lagerbestände Großhandel Juni (endgültig) m/m
16:30 US/ Rohöllagerbestände in Mio Barrel w/w
20:00 US/ Haushaltssaldo Juli in Mrd US$

Quartalszahlen und andere Ereignisse

Quartalszahlen / Termine Europa u.a.: Brenntag, E.ON, Evonik,  GEA Group, Hamburger Hafen u. Logistik, Hawesko, Heidelberger Druckmaschinen, init inoovation in traffic systems, Jenoptik, LEG Immobilien, Leoni, Metro, Norma Group, Sixt, Talanx, Viscom, Vitesco
Quartalszahlen / Termine USA: Prudential, Walt Disney
Dividendenabschläge u.a.: Ford Motor (0,15 USD), Paychex (0,79 USD), Pool Corp (1,00 USD)

Bitte beachten Sie unsere Rechtlichen Hinweise für Marktberichte.

MiFID II/MiFIR

Seit dem 3. Januar 2018 muss zur Meldung von Geschäften ein Legal Entity Identifier (LEI) übermittelt werden. Hier zur Information der „LEI“ von Hauck & Aufhäuser: 529900OOZP78CYPYF471

Weitere Informationen finden Sie unter: www.gleif.org