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Aktienmarktbericht

Börsenindizes, Berichte zu den Weltbörsen, Meldungen über aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklungen sowie Unternehmensnachrichten.

30. September 2022

Lesezeit: 7 Minuten

Freitag, 30. September 2022, 09:00 Uhr

Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen
Ihr Aktienhandel von Hauck Aufhäuser Lampe.

Eröffnungen

DAX 12.063,09
E-STOXX 50 3.276,37

Financial Markets

DAX 12.975,55 (-1,71%)
MDAX 21.791,05 (-2,40%)
TechDAX 2.607,46 (-2,31%)
Euro Stoxx50 3.279,04 (-1,69%)
Dow Jones 29.225,61 (-1,54%)

Nasdaq

11.164,78 (-2,86%)

Nikkei

25.861,17

(-2,13%)

EUR/USD

0,9824  
Gold in $ 1.667,29  
Oil (Brent) in $ 88,64  

DAX Tops

Hannover Rück

153,00 (+3,00%)
Münchener Rück 245,50 (+2,42%)
Merck

163,60

(+0,65%)

 

 

DAX Flops

Porsche Holding 60,48 (-10,93%)
VW 128,46 (-6,85%)
Continental 44,77 (-6,63%)

Deutschland - DAX weiter auf Talfahrt

Nach der Zwischenerholung vom Vortag ist der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag erneut unter Druck geraten. Damit hat sich die positive Wirkung der überraschenden geldpolitischen Lockerung der Bank of England (BoE) als Eintagsfliege erwiesen. Im Blick standen Verbraucherpreise. Während die Preise in Spanien im September zwar deutlich, mit 9,3 Prozent aber weniger stark als erwartet gestiegen sind, haben die deutschen harmonisierten Verbraucherpreise (HVPI)um 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt, erwartet worden war ein Plus von 10,2 Prozent. Damit nimmt der Druck auf die EZB zu, die Zinsen weiter energisch anzuheben. Der DAX verlor 1,7 Prozent auf 11.976 Zähler, im Tagestief stand der Index bei 11.867.

Bei den Einzelwerten stand das Börsendebüt der Porsche AG im Fokus. Nach einer rasanten Zeichnungsphase mit überbordendem Anlegerinteresse wurde der Ausgabepreis wie zu erwarten mit 82,50 Euro je Aktie am oberen Rand der Zeichnungsspanne festgelegt. Der erste Kurs fiel mit 84 Euro, 1,8 Prozent über dem Ausgabepreis, eher mau aus, zumal die Aktie zuvor im Handel per Erscheinen meist über 90 Euro gesehen worden war. Die Aktie schloss bei 82,50 Euro, und damit genau auf dem Emissionspreis. Der Börsengang ist der größte in Deutschland seit der Deutschen Telekom 1996. Der Porsche-Aktie werden gute Chancen eingeräumt, bald in den DAX aufgenommen zu werden. Die Kurse der Muttergesellschaften VW (-6,9 %) und Porsche Holding (-10,9 %) gaben in dem schwierigen Gesamtmarktumfeld deutlich nach. Im MDAX machten Rational einen Satz um 12,6 Prozent. Der Großküchenausrüster hat den Ausblick für Umsatz und Gewinn angehoben. Hintergrund sind eine bessere Materialverfügbarkeit und höhere Verkaufspreise. Die Analysten von RBC betonten denn auch, dass dahinter nicht etwa eine starke Nachfrage stehe. Als durchwachsen wurden neue Geschäftszahlen von Hornbach (-3,4 %) bezeichnet. Der Umsatz lese sich gut, die Ertragsseite aber etwas schwächer, hieß es im Handel. Den Ausblick hat die Baumarktkette derweil bekräftigt. Berenberg sprach von wie erwartet ausgefallenen Zahlen. Nach Einschätzung von JP Morgan (JPM) spiegeln sich die Risiken für die zukünftige Gewinnentwicklung zunehmend in der Aktie von Wacker Chemie wider. Die Entwicklung bei Konkurrenten und Kunden deuteten eine schwächere Nachfrage im dritten Quartal und ein schlechteres Preisumfeld im Siliziumgeschäft an als bislang erwartet. Die Analysten haben ihre EBITDA-Schätzung für Wacker Chemie für das dritte Quartal um 6 Prozent gesenkt. Ein wieder zunehmendes Angebot spreche für nachgebende Siliziumpreise im dritten Quartal, eine Schwäche, die sich im kommenden Jahr fortsetzen dürfte. JPM stellt sich auf erhebliche Abwärtsrevisionen im Markt für die Gewinnschätzungen 2023 ein. Wacker Chemie fielen um 9,6 Prozent.

USA - schwach, Rezessionssorgen belasten weiter

Die Erholungsbewegung an der Wall Street war am Donnerstag schon wieder vorbei - die Indizes gaben erneut kräftig nach. Auslöser der Erholung zur Wochenmitte war ein kräftiger Rückgang der US-Renditen, nachdem die Bank of England (BoE) am Anleihemarkt interveniert hatte und zeitlich begrenzt britische Staatsanleihen kauft, um diese zu stabilisieren. Doch nun trat die Aussicht auf weitere kräftige Zinserhöhungen und damit das steigende Risiko einer Rezession erneut in den Vordergrund. Auch ein unerwarteter Rückgang der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung stützte die Erwartung längerfristig höherer Zinsen. Diese fielen auf den niedrigsten Stand seit April. Ein weiter starker US-Arbeitsmarkt könnte den Spielraum der Fed für Zinsanhebungen weiter erhöhen, so die Befürchtung am Markt.

Der Dow-Jones-Index verlor 1,5 Prozent auf 29.226 Punkte. Der S&P-500 reduzierte sich um 2,1 Prozent. Für den Nasdaq-Composite ging es um 2,8 Prozent nach unten.
Unter den Einzelwerten gaben Apple 4,9 Prozent ab. Die Analysten der Bank of America haben die Aktie auf "Neutral" herabgestuft. Die Gewinnschätzungen für Apple könnten im kommenden Jahr nach unten korrigiert werden, da sich die weltweite Konsumentennachfrage abschwächt, so die Analysten. Die langfristigen Aussichten des iPhone-Herstellers seien aber weiterhin günstig.
Bei Vail Resorts (+1,6 %) verringerte sich der Verlust im vierten Quartal. Das Unternehmen verzeichnete eine starke Nachfrage in seinen australischen Resorts und erholte sich in seinen nordamerikanischen Standorten weiter von der Pandemie Erst nach Handelsschluss wird der Sportartikel-Hersteller Nike mit Zahlen für das erste Geschäftsquartal erwartet. Die Aktie notierte im Vorfeld 3,4 Prozent leichter.

Asien - Tokio folgt schwacher Wall Street

Verluste in unterschiedlichem Ausmaß verzeichnen die Börsen in Ostasien am Freitag. Deutliche Abschläge werden in Japan und Australien verzeichnet, an den anderen Börsen geht es dagegen nur minimal nach unten. Die Wall Street musste erneut kräftig Federn lassen, weil die gängigen Ängste vor steigenden Zinsen und drohender Rezession für neue Verkaufswellen sorgte. Daneben drückte die Lage im Ukrainekrieg auf die Stimmung, wo Russland die Annektion ukrainischer Territorien vollzieht.

In Japan geht es um 2 Prozent auf 25.901 Punkte klar am stärksten nach unten. Dass die Industrieproduktuion im August besser ausfiel als erwartet, sorgt nicht für Erleichterung, zumal gute Konjunkturdaten eher die Straffungspolitik der Notenbanken befeuern, wie die Entwicklung an der Wall Street gerade erst zeigte. Eine Operation zum Kauf von Staatsanleihen durch die Bank of Japan entsprach im Umfang der vorhergehenden Aktion und hilft ebenfalls nicht. Der südkoreanische Kospi notiert kaum verändert, wobei Technologie- und Internetaktien schwach notieren. Laut den Analysten von Kiwoom Securities bremst der düstere Ausblick für US-Halbleiterunternehmen die Kaufbereitschaft. Am Montag bleibt die Börse wegen des Tags der Staatsgründung geschlossen. Knapp behauptet tendiert Hongkong mit 17.154 Zählern, wobei sich die Aktien von Immobilienentwicklern sich erholen. Der Sektor war nach regulativen Eingriffen der Regierung in Peking zwei Handelstage lang abgestraft worden. Die Analysten von Cinda International rechnen mit weiterer Marktschwäche angesichts der weltweiten Wirtschaftsperspektiven, der Pandemie und der anhaltenden Immobilienkrise. Sie sehen ein Rückschlagrisiko für den HSI in den kommenden Wochen bis 16.473 Punkte. In Schanghai ist im Vorfeld der "goldenen Woche", der Nationalfeiertage, die Tendenz knapp behauptet. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitenden Gewerbe ist gegenüber dem Vormonat gestiegen und besser als erwartet ausgefallen. Dabei stieg er wieder knapp in den Expansion anzeigenden Bereich. Der Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe sank dagegen, verharrte aber noch im Expansionsbereich.

Ausblick für heute

DAX
Der Dax könnte sich zum Monatsende nochmals ein Stück weit von der 12.000-Punkte-Marke entfernen. Der Broker IG jedenfalls taxierte den deutschen Leitindex am Freitag zwei Stunden vor Xetra-Start 0,3 Prozent tiefer auf 11 940 Punkte. Das Ringen um die psychologisch wichtige Marke geht aber wohl den dritten Tag in Folge weiter.

Deutschland/Energie
Das von der Bundesregierung angekündigte 200-Milliarden-Euro-Paket gegen die Folgen der hohen Energiekosten soll innerhalb von vier Wochen Bundestag und Bundesrat passiert haben. In einer Sondersitzung des Haushaltsausschusses des Bundestages kündigte die Regierung nach Angaben von drei Insidern am Donnerstagabend an, dass sie die Bundesratssitzung am 28. Oktober erreichen wolle. Die Gesetzgebung zum sogenannten wirtschaftlichen Abwehrschirm mit einer Kreditermächtigung für bis zu 200 Milliarden Euro neuen Schulden für den Wirtschafts- und Stabilisierungsfonds (WSF) solle bis dahin abgeschlossen sein, sagten die Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

Gaspreise
Die 27 EU-Energieminister kommen zusammen, um eine Einigung über Maßnahmen zur Linderung der Energiekrise in Europa zu erzielen. Dabei liegen Vorschläge zur Abgabe von Zufallsgewinnen auf dem Tisch wie auch eine Gaspreisobergrenze. 

Ukraine/Russland 
Russlands Präsident Wladimir Putin soll am Nachmittag die offizielle Annexion von etwa 15 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets einläuten. Für 14.00 Uhr MESZ ist nach Angaben des Kremls eine Zeremonie zur Unterzeichnung eines Abkommens angesetzt. Damit sollen die vier ukrainischen Gebiete, in denen kürzlich sogenannte Referenden über einen Beitritt zu Russland abgehalten wurden, aufgenommen werden. Der Westen und Kiew lehnen die Abstimmungen in den russisch-besetzten Teilen der Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja als Scheinreferenden ab. 

Unternehmen

Allianz
verkleinert den Vorstand um zwei auf neun Mitglieder. Neben Sergio Balbinot, der bereits seinen Abschied zum Jahresende angekündigt hatte, werde auch Ivan de la Sota den Vorstand des Münchner Versicherungsriesen zum 31. Dezember 2022 verlassen, teilte die Allianz nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Der Spanier de la Sota, der seit gut 30 Jahren für den Versicherer arbeitet, hatte seit 2018 am Umbau des Geschäftsmodelle geschraubt. 

Uniper
Der Gasversorger erwartet nach dem Aus für die Gasumlage nun schnelle Hilfe vom Bund. "Damit die Gasversorgung weiter gesichert werden kann, müssen die Kosten für die Ersatzbeschaffung von Gas getragen werden. Die Bundesregierung hat zugesichert, dass die Gasimporteure zu diesem Zweck nun direkt und maßgeschneidert unterstützt werden", sagt ein Sprecher des Unternehmens der Düsseldorfer "Rheinischen Post"  

Nike
Der weltgrößte Sportartikel-Konzern hat am Donnerstag einen Rückgang seines Quartalsgewinns bekanntgegeben. Der Grund seien der Dollar-Kurs und höhere Frachtkosten wegen globaler Lieferkettenengpässe.

Termine heute:

08:00 DE/ Erwerbstätigenzahl August y/y
08:00 GB/ Leistungsbilanzsaldo Q2 in Mrd £
08:00 GB/ BIP Q2 (endgültig) q/q
08:30 CH/ Einzelhandelsumsatz Juli y/y
08:45 FR/ Konsumausgaben August m/m
08:45 FR/ Verbraucherpreise September (vorläufig) m/m
09:00 CH/ KOF-Konjunkturbarometer September
09:55 DE/ Arbeitslosenzahl September (saisonbereinigt) m/m in Tsd
09:55 DE/ Arbeitslosenquote September
10:30 GB/ Unternehmensinvestitionen Q2 (endgültig) q/q
10:30 GB/ BoE Hypothekengenehmigungen August in Tsd
10:30 GB/ Geldmenge M4 August m/m
10:30 GB/ Verbraucherkredite m/m in Mrd £
11:00 EU/ Arbeitslosenquote Juli
11:00 EU/ Verbraucherpreise September (Vorabschätzung) y/y
11:00 IT/ Verbraucherpreise September (Vorabschätzung) m/m
14:30 US/ PCE-Kernrate August m/m
14:30 US/ Persönliche Einkommen August m/m
14:30 US/ Konsumausgaben August m/m
15:00 US/ Fed-Gouverneurin Lael Brainar hält eine Rede, New York
15:45 US/ Einkaufsmanagerindex Chicago September
16:00 US/ Konsumklima Uni Michigan September (endgültig)
17:00 US/ Fed-Gouverneurin Michelle Bowman spricht auf Event des Institute of International Finance
21:30 US/ Commitments of Traders (COT) Report
22:15 US/ New York Fed-Präsident John Williams hält einen Vortrag, New York

Quartalszahlen und andere Ereignisse

Quartalszahlen / Termine Europa u.a.: asknet Solutions, DF Deutsche Forfait, EnviTec Biogas, FinLab, Noratis, pubity 
Quartalszahlen / Termine USA: /
Dividendenabschläge u.a.: Cardinal Health (0,50 USD), Raymond James Financial (0,34 USD), Realty Income (0,25 USD), State Street (0,63 USD)

Bitte beachten Sie unsere Rechtlichen Hinweise für Marktberichte.

MiFID II/MiFIR

Seit dem 3. Januar 2018 muss zur Meldung von Geschäften ein Legal Entity Identifier (LEI) übermittelt werden. Hier zur Information der „LEI“ von Hauck & Aufhäuser: 529900OOZP78CYPYF471

Weitere Informationen finden Sie unter: www.gleif.org

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