Aktienmarktbericht
  • Aktienmarktbericht
  • News

Aktienmarktbericht

Börsenindizes, Berichte zu den Weltbörsen, Meldungen über aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklungen sowie Unternehmensnachrichten.

20. Mai 2022

Lesezeit: 7 Minuten

Freitag, 20. Mai 2022, 09:00 Uhr

Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen
Ihr Aktienhandel von Hauck Aufhäuser Lampe.

Eröffnungen

DAX 13.968,26
E-STOXX 50 3.669,69

Financial Markets

DAX 13.882,30 -0,09%
MDAX 29.034,11 -0,23%
TecDAX 3.045,84 +0,14%
Euro Stoxx  3.640,55 -1,36%
Dow Jones 31.253,13 -0,75%
Nasdaq 11.388,50 -0,26%
Nikkei 26.750,40 +1,32%
EUR/USD 1,0592  
Gold in $ 1.846,10  
Oil (Brent) in $ 111,75  

DAX Tops

Delivery Hero 29,55 (+4,79%)
Zalando 35,92 (+4,18%)
Merck 167,70 (+2,29%)

 

 

DAX Flops

Dt. Post 33,38 (-3,15%)
Dt. Börse

159,15

(-3,08%)
Allianz 194,80 (-3,02%)

Deutschland - DAX erneut schwach

Die Zins- und Konjunkturängste haben am Donnerstag erneut die Stimmung am deutschen Aktienmarkt belastet. Der DAX verlor 0,9 Prozent auf 13.882 Punkte.  
Unter den Einzelwerten verloren Deutsche Post 3,2 Prozent. Grund war ein Minus von 13 Prozent im Kurs von Royal Mail in London. Das Geschäft des britischen Konkurrenten leidet offensichtlich zunehmend unter dem Ende der Corona-Pandemie und unter der hohen Inflation. Fresenius und Allianz gaben jeweils 3 Prozent ab. 
Im DAX wurden am Donnerstag Deutsche Börse und SAP ex Dividende gehandelt. Bereinigt schlossen SAP sogar deutlich im Plus: Der Kurs fiel um 1,27 Euro nach einer Ausschüttung von 2,45 Euro je Aktie. Deutsche Börse gaben 5,05 Euro ab bei einer Dividende von 3,20 Euro. Merck stiegen um 2,3 Prozent, hier wurde der Rückgang der vergangenen Wochen um bis zu 20 Prozent nun zum Einstieg genutzt. Angeführt wurde die Gewinnerseite von Delivery Hero und Zalando, die sich um jeweils über 4 Prozent erholten. 
Im MDAX gewannen ThyssenKrupp 2,2 Prozent. Nach Börsenschluss teilte der Konzern mit, er habe den Vertrag mit Konzernchefin Martina Merz um weitere fünf Jahre verlängert. Commerzbank gewannen mit einer Kaufempfehlung der UBS 2,8 Prozent.
Im SDAX fielen Ceconomy um 7,1 Prozent. Dem Handelsunternehmen machten die sich eintrübende Verbraucherstimmung, höhere Kosten und weltweite Lieferkettenprobleme bei Unterhaltungselektronik zu schaffen, hieß es von Seiten der Baader-Bank. Sie riet weiterhin zum "Reduzieren" der Ceconomy-Aktien. Vitesco stiegen dagegen um 5,5 Prozent und näherten sich den jüngsten Erholungshochs. 

USA - Stimmung bleibt weiterhin angespannt

Die Rezessionsangst hat auch am Donnerstag die Wall Street fest im Griff gehabt. Zwischenzeitliche Erholungsversuche scheiterten, die Indizes schlossen den Handel mit leichten Abgaben. Zudem steht der S&P-500 kurz vor dem Bärenmarktmodus - einem 20-prozentigen Einbruch seit dem jüngsten Hoch. Der Dow-Jones verlor 0,8 Prozent auf 31.253 Punkte. Der S&P-500 fiel um 0,6 Prozent und der Nasdaq-Composite reduzierte sich nach dem Einbruch um 4,7 Prozent am Vortag um weitere 0,3 Prozent. Zudem haben enttäuschende Geschäftszahlen und Ausblicke mehrerer großer US-Einzelhändler in den vergangenen Tagen verdeutlicht, dass die Inflation den privaten Konsum, eine der wichtigsten Säulen der US-Wirtschaft, schon spürbar dämpft.
Mit Kohl's und BJ's Wholesale Club haben zwei weitere bedeutende US-Einzelhändler ihre Zahlen vorgelegt. Kohl's hat im 1. Quartal die Erwartungen des Marktes deutlich verfehlt. Bis Ende März sei es recht gut gelaufen, ab April habe sich aber die Inflation bemerkbar gemacht, so das Management. Zudem seien Wirtschaftsstimuli weggefallen, von denen das Unternehmen im vergangenen Jahr profitiert habe. Die Aktie legte nach anfänglichen Verlusten um 4,4 Prozent zu. BJ's Wholesale (+7,4%) hat hingegen überraschend gut abgeschnitten, vor allem weil das Unternehmen mehr Umsatz mit Kraftstoffen machte. Als herbe Enttäuschung wurden dagegen Zahlen und Ausblick von Cisco (-13,7%) aufgefasst. Im 3. Geschäftsquartal setzte der Telekom-Ausrüster weniger um als erwartet. Außerdem senkte das Unternehmen die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr. Die Facebook-Mutter Meta Platforms (-0,5%) fügt bei der Messaging-App WhatsApp kommerzielle Dienste hinzu. Damit soll es Unternehmen ermöglicht werden, ein benutzerdefiniertes Dashboard zu erstellen, um mit Kunden zu chatten und Kundendienste anzubieten. Dies kündigte der CEO des Unternehmens, Mark Zuckerberg, an. Der Service ist der neueste Versuch, die ansonsten kostenlose Messaging-App zu monetarisieren.
Daneben musste der Markt einige Konjunkturdaten verarbeiten. So erhöhte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche, während Volkswirte einen leichten Rückgang prognostiziert hatten. Der Philadelphia-Fed-Index für Mai ging überraschend deutlich zurück. Auch der Index der Frühindikatoren für April zeigte einen leichten Rückgang, während hier mit einem unveränderten Stand gerechnet worden war. Die Verkäufe bestehender Häuser für April fielen um 2,4 Prozent.den uns in einer sehr unsicheren Zeit, daher erwarten wir mehr Volatilität".  Die Konjunktursorgen verschafften den "sicheren Häfen" weiter Zulauf. Der Goldpreis verzeichnete mit einem Plus von 1,4 Prozent den größten Tagesgewinn seit einem Monat. Dabei profitierte das Edelmetall sowohl von seinem Status als Inflationsschutz, als auch vom deutlich nachgebenden Dollar, der Gold für ausländische Investoren attraktiver macht.
Der Dollar, in Krisenzeiten oft als Fluchtwährung gesucht, gab erneut deutlich nach. Der Ölmarkt zeigte sich erneut sehr volatil. Die Angst vor einer Konjunkturschwäche drückte die Preise für WTI und Brent im Verlauf um gut 4 Prozent ins Minus. Schließlich legten sie aber deutlicher zu. Der Markt habe sich auf Themen wie das geringe Angebot an raffinierten Kraftstoffen in den USA und anderswo fokussiert, hieß es.

Asien - Zinssenkung in China

Die ostasiatischen Aktienmärkte zeigen sich im Handelsverlauf am Freitag auf breiter Front erholt. Auch in Sydney (+1,1 %) steigen die Kurse deutlich, womit auch dort die etwas schwächere Tendenz der Wall Street vom Vortag ignoriert wird.
Für einen positiven Impuls sorgt die chinesische Notenbank. Sie hat ihre Loan Prime Rate (LPR) im Fünfjahresbereich um 15 Basispunkte auf 4,45 Prozent gesenkt und im Einjahresbereich bei 3,70 Prozent belassen. Die Zinssenkung fällt damit stärker aus, als beispielsweise von den Analysten der Commerzbank mit 10 Basispunkten erwartet. Andererseits hatten diese auch im Einjahresbereich eine Senkung erwartet. Davon könnten die Notenbanker aber mit Blick auf den Yuan abgesehen haben, der zuletzt deutlich an Wert eingebüßt habe, heißt es im Handel.
Erst vor kurzem hatte die Notenbank Geschäftsbanken gestattet, die Hypothekenzinsen für Erstkäufer von Immobilien zu senken. Weil in China der Inflationsdruck nicht ganz so stark ausgeprägt ist, haben die Geldpolitiker dort noch Spielraum für derlei konjunkturstützende Maßnahmen, während andernorts die Zinsen derzeit teils deutlich steigen.
In Schanghai gewinnt der Composite-Index 1,1 Prozent, in Hongkong geht es um 1,8 Prozent nach oben, in Seoul um 1,6 Prozent. In Tokio legt der Nikkei-Index um 1,2 Prozent auf 26.707 Punkte zu. Seiko Epson machen einen Satz um über 9 Prozent nach oben. Der japanische Druckerhersteller hat einen Altienrückkauf und eine Sonderdividende angekündigt.
In Sydney sind Rohstoffaktien gesucht mit Blick auf die konjunkturstützende Zinssenkung im wichtigen Abnehmerland China. BHP verbessern sich um 1,8, Rio Tinto um 1,5 und Fortescue um 2,7 Prozent. 

Ausblick für heute

DAX
Die Schwankungen an den Aktienmärkten setzen sich am Freitag mit nun wieder positiver Tendenz wohl fort. So notiert der DAX vorbörslich mit einem Plus von 0,74% bei 13.983,50 Zählern. Nach zwei Verlusttagen könnte der deutsche Leitindex  über die Marke von 14.000 Punkten zurückkehren, die jüngst wieder stärker im Fokus stand. Seine Wochenbilanz könnte er damit wieder merklich aufbessern, es würden nur noch wenige Punkte für ein ausgeglichenes Wochenfazit fehlen.
Etwas Rückenwind bekommt der Dax am Freitag von steigenden Kursen in Asien, der auch die US-Futures bereits anziehen lässt. Unterstützung lieferte eine überraschend deutliche Senkung eines Referenzzinssatzes für langfristige Kredite durch chinesische Banken. Im Verlauf könnte der Dax dann noch vom kleinen Verfall an den Terminbörsen bewegt werden.

Deutschland
Als Folge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges plant der Bund für das laufende Jahr die zweithöchste Neuverschuldung in der Geschichte der Bundesrepublik. Der Haushaltsentwurf für 2022 sehe eine Nettokreditaufnahme von 138,94 Mrd. € vor, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus dem Haushaltsausschuss des Bundestages. Die Gesamtausgaben werden demnach mit 495,8 Mrd. € veranschlagt. Der Bundestag soll den Etat Anfang Juni verabschieden. Das Parlament muss dafür das dritte Jahr in Folge die Schuldenbremse aussetzen, weil die zulässige Kreditaufnahme um rund 115,7 Mrd. € überschritten wird. 
Angesichts der deutschen Abhängigkeit von russischem Pipeline-Gas hat der Bundestag Regelungen zu einem beschleunigten Bau von Flüssiggas-Terminals beschlossen. Das Parlament stimmte am Donnerstagabend mit den Stimmen der Koalition und auch der Union für das Vorhaben, mit dem die Importe des verflüssigten Gases aus den USA oder der arabischen Halbinsel deutlich erleichtert werden sollen. Vorgesehen sind dafür Eingriffe in die sonst üblichen Genehmigungsprozesse. Der Bau der Terminals und die Anbindung an das Gas-Leitungsnetz sollen mit deutlich geringeren Auflagen verbunden sein, die sich an EU-Minimalstandards orientieren.
Der Bund verzichtet auf etwa 3 Mrd. €  an Steuern, um Benzin und Diesel für drei Monate günstiger zu machen. Der Bundestag beschloss am späten Donnerstagabend die Absenkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe vom 1. Juni bis zum 31. August 2022. Rein rechnerisch bedeutet dies bei Benzin 29,55 Cent und beim Diesel 14,04 Cent pro Liter weniger. Die Mindereinnahmen für den Fiskus werden auf 3,15 Mrd. € beziffert. 

USA
Die USA wollen Insidern zufolge der Ukraine fortgeschrittene Anti-Schiffs-Raketen zukommen lassen, damit sie die russische Blockade ihrer Häfen am Schwarzen Meer brechen kann. Gegenwärtig sind dafür zwei Raketen-Typen in der Diskussion, wie Reuters von drei US-Regierungsvertretern und zwei Kongress-Mitarbeitern erfuhr. Dies seien die von Boeing hergestellte Harpoon mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern sowie die Naval Strike Missile (NSM) von Kongsberg und Raytheon Technologies mit 250 Kilometern. 

Unternehmen

Applied Materials
Der Chip-Zulieferer erwartet einen Umsatz unterhalb der Expertenschätzungen und hat damit die Anleger enttäuscht. Das US-Unternehmen geht für das laufende dritte Geschäftsquartal von 6,25 Mrd. USD aus, plus oder minus 400 Millionen Dollar. Analysten rechneten dagegen mit 6,7 Mrd. USD, wie aus Refinitiv-Daten hervorging. Auch im 2. Quartal wurden die Vorhersagen beim Umsatz trotz eines Anstiegs um zwölf Prozent auf 6,25 Mrd. USD verfehlt. Konzernchef Gary Dickerson verwies auf die Folgen der Corona-Lockdowns in China: "Die Nachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen von Applied Materials war noch nie so groß, aber wir werden weiter durch anhaltende Probleme in der Lieferkette behindert."     

Henkel
Der Konsumgüterkonzern Henkel begründet den angekündigten Rückzug aus Russland unter anderem mit dem drohenden Reputationsschaden. "Wir haben verschiedene Faktoren berücksichtigt. Und das war einer davon", sagte Henkel-Chef Carsten Knobel. Es ist das erste Mal, dass sich Knobel öffentlich zu dem Thema äußert. "Wir haben in keinem Land eine spürbare Veränderung im Kaufverhalten festgestellt. Aber das hätte sich auch ändern können." Zudem sei das Geschäft in Russland immer schwieriger geworden und die Eskalation des Krieges habe die Entscheidung beeinflusst. 

Lufthansa / ITA
Für die Investoren dürfte es eine gute Nachricht sein: Sollte der Einstieg bei der italienischen ITA gelingen, wird er für Lufthansa zunächst nicht so teuer wie erwartet. Nach Informationen aus Finanzkreisen wird Europas größte Airline-Gruppe zunächst nur mit wenig eigenem Geld dabei sein. Die Finanzierung werde zum größten Teil von der Schweizer Reederei MSC übernommen. 

ThyssenKrupp
Vorstandschefin Martina Merz soll auch in den kommenden Jahren die Geschicke des Konzerns leiten. Der Aufsichtsrat habe eine Verlängerung ihres Vertrags um fünf Jahre bis Ende März 2028 beschlossen.

Volkswagen
Der Konzern hat das Management seiner zur Steuerung der ehrgeizigen Batteriepläne gegründeten Tochterfirma besetzt. An der Spitze des sechsköpfigen Vorstands steht Frank Blome, der zuletzt das Geschäftsfeld Batterie des Konzernressorts Technik leitete, wie die Wolfsburger mitteilten. Die europäische Aktiengesellschaft (SE) mit Sitz in Salzgitter soll Anfang Juli an den Start gehen und bündelt sämtliche Aktivitäten vom Rohstoffeinkauf und der Verarbeitung über die Entwicklung der sogenannten Einheitszelle bis hin zur Steuerung der zunächst sechs in Europa geplanten Batteriezellfabriken. Dazu gehört auch die Weiterverwendung ausgedienter Fahrzeugakkus und das Recycling der wertvollen Rohstoffe.    

Termine heute:

08:00 DE/ Frühindikator für den Außenhandel (Exporte in Nicht EU-Staaten) April
08:00 GB/ Einzelhandelsumsatz April m/m
08:00 DE/ Erzeugerpreise April m/m
16:00 EU/ Verbrauchervertrauen Mai ( vorläufig)
21:30 US/ Commitments of Traders (COT) Report

Quartalszahlen und andere Ereignisse

Quartalszahlen / Termine Europa u.a.: Beta Systems Software, Nynomic, Stratec, Wacker Chemie
Quartalszahlen / Termine USA: Deere, Foot Locker
Dividendenabschläge u.a.: Amadeus Fire (3,04 €), Atmos Energy (0,68 USD), CompuGroup Medical SE (0,50 €), Deutsche Bank (0,20 €), Deutsche Pfandbriefbank (1,18 €), LEG Immbilien (4,07 €), Pfeiffer Vacuum Techn. (0,40 €), Philips 66 ( 0,97 USD), United Internet (0,50 €)

Bitte beachten Sie unsere Rechtlichen Hinweise für Marktberichte.

MiFID II/MiFIR

Seit dem 3. Januar 2018 muss zur Meldung von Geschäften ein Legal Entity Identifier (LEI) übermittelt werden. Hier zur Information der „LEI“ von Hauck & Aufhäuser: 529900OOZP78CYPYF471

Weitere Informationen finden Sie unter: www.gleif.org